Sauberes Duisburg

Schüler von zwei Duisburger Schulen säubern Wald

Vor dem Ausschwärmen zum Einsammeln von Müll: Die Schüler der Leibniz-Gesamtschule und der Grundschule Abtei säuberten Waldstück im Rahmen der Reinigungsaktion Hamborner SPD-Ortsvereins.

Vor dem Ausschwärmen zum Einsammeln von Müll: Die Schüler der Leibniz-Gesamtschule und der Grundschule Abtei säuberten Waldstück im Rahmen der Reinigungsaktion Hamborner SPD-Ortsvereins.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Hamborn.   270 Schulkinder der Leibniz-Gesamtschule und der Abtei-Grundschule griffen zu Müllzangen und Abfalleimern bei der Aktion „Hamborn macht’s“.

Zu einer großen Müllsammelaktion hat der SPD-Ortsverein 270 Schulkinder der Leibniz-Gesamtschule und der Abtei-Grundschule motiviert. Die Materialien für „Hamborn macht’s“ kamen von der Offensive für ein sauberes Duisburg und den Wirtschaftsbetrieben. Dabei zeigte sich, dass der Plastikteufel irgendwie im Detail steckt.

Auf dem Schulhof der Gesamtschule sind nach dem Abi-Streich maskierte Gestalten damit beschäftigt, letzte Spuren zu beseitigen. „Ihr müsst noch im Treppenhaus die geschredderten Altklausuren wegfegen“, erinnert Schulleiter Karl Hußmann freundlich die Großen.

Indessen versammeln sich am Tor die Kleinen aus den fünften und sechsten Klassen und die Grundschüler von nebenan. Sie wollen nicht etwa eigenen Dreck wegräumen, sondern den Müll der anderen aus dem Schulumfeld und dem angrenzenden Stadtwald pflücken.

„Wir haben heute etwas ganz Neues vor“, sagt Muhammet Keteci, der SPD-Ortsvorsitzende, „wir wollen eine müllsackfreie Sammelaktion durchführen und mit Eimern direkt in die bereit gestellten Tonnen sammeln.“ Während das Organisationsteam nagelneue Arbeitshandschuhe, Müllzangen, Eimer und Warnwesten verteilt, fällt auf, wieviel Plastikverpackungen allein beim Auspacken der Sammelmaterialien anfällt. „Ach verflixt“, sagt Keteci, als die ersten Gebrauchsanweisungen zu Boden segeln. Das Umdenken ist ein mühseliger Prozess.

Müllsammeln ist besser als Lernen

Bedriye Kurtulmus aus der sechsten Klasse findet Müll sammeln „immerhin besser als lernen“. Ihr Klassenkamerad Serhat Hasates gibt sich ganz sozial eingestellt. „Wir unterstützen unsere Stadt und machen hier alles schön sauber“, sagt er im Brustton der Überzeugung. Er ist sicher, dass er nie zu denen gehören möchte, die ihre Pizzakartons und Kaffeebecher einfach in den Park pfeffern.

Mit einem lässigen „Dann zieht mal los und gebt alles, ach ne, nehmt alles“, verabschiedet Schulleiter Hußmann die Sammeltrüppchen. Die schwärmen aus und klauben Gummibärchentüten, Getränkedosen und Zigarettenschachteln aus den Büschen. Ein Lehrer hindert seine hochmotivierten Schüler daran, einen riesigen Müllsack voller Bauschutt zur nächsten Tonne zu schleppen. Die Kinder schütteln den Kopf, das Zeug hat wohl ein total verpeilter Heimwerker einfach in den Stadtwald geworfen. Erwachsene können so blöd sein.

„Wenn ihr Kinder ein so gutes Beispiel gebt, dann denken manche Erwachsenen auch noch mal über ihr Verhalten nach“, hatte sich Keteci schon bei seiner Begrüßung gewünscht. Die Kinder legen inzwischen einige Bierflaschen aus dem lockeren Waldboden frei und schütteln schon wieder die Köpfe.

Seit 2015 ist die Leibniz-Schule zu einer „ Schule der Zukunft“ zertifiziert, weil sie sich besonders für nachhaltiges Lernen in der Natur stark macht. Dazu gehört die Einrichtung eines grünen Klassenzimmers im botanischen Garten, ein schuleigenes Bienenvolk und auch, dass man ab und zu in die Hände spuckt und anderer Leute Dreck wegräumt.

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