Kunstprojekt

Schüler schaffen Land-Art im Duisburger Ingenhammshof

Es ist geschafft: Seit Montag haben die Schüler am Ingenhammshof ein riesiges Bild aus Naturmaterialien geschaffen.

Es ist geschafft: Seit Montag haben die Schüler am Ingenhammshof ein riesiges Bild aus Naturmaterialien geschaffen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg-Meiderich.  Schüler aus Duisburg und Düsseldorf haben mit dem französischen Künstler Pierre Duc ein 3500 Quadratmeter großes Land-Art-Bild geschaffen.

„Was bewegt euch?“ Mit dieser Frage begann das künstlerische Abenteuer für über 60 Schüler aus Duisburg und Düsseldorf. Das Ergebnis ist seit Freitag für eine gute Woche auf dem Ingenhammshof in Meiderich zu besichtigen. Ein „Zukunfts-Land-Art“ ist es geworden, sozusagen ein Bild auf der 3500 Quadratmeter großen Rasenfläche in Meiderich.

Der französische Land-Art Künstler Pierre Duc, von ihm stammen zum Beispiel die großen Landschaftsbilder am Rande der Tour-de-France-Strecken, hatte die Leitung des Projekts, die Idee zum „Deutsch-Französischen Schüler-Kunstprojekt“ hatten Vertreter der Stadt, des Landes, der evangelischen Akademie, des Institut Francais und der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Duisburg.

Ein Bild aus Naturmaterialien und Lebensmittelfarbe

Nachdem die Schüler des Mercator-Gymnasiums, der Globus-Gesamtschule, des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums und des Düsseldorfer Lycée francais sich schon im März mit dem Künstler getroffen hatten und der einen Entwurf für das große Bild gefertigt hatte, machten sie sich am vergangenen Montag an die Arbeit.

Das Ergebnis, das ausschließlich aus Stroh, Weißkalk, Muttererde, Sägemehl und Lebensmittelfarbe besteht, kann sich sehen lassen. Auf einer Weltkugel balanciert eine Menschenleiter, an der ein anderer Mensch emporsteigt und nach einem Regenbogen und den Sternen greift. Die Botschaft ist klar: „Es geht um Solidarität, Brüderlichkeit, natur, Zusammenhalt und Zukunft“, sagt Pierre Duc. „Um glücklich zu sein, braucht man die Unterstützung anderer.“

Es geht um Menschen und Roboter

Das passt zu den Antworten der Schüler auf die Eingangsfrage. Freundschaft und Familie seien oft zu hören gewesen, weiß Mark-Alexander Schreiweis vom Institut Francais. „Aber auch der Naturschutz und Zukunftstechnologien waren große Themen, deswegen ist im Bild auch ein Roboter eingebaut.“Die Schüler, das berichten auch ihre beeindruckten Lehrer, haben sich mit aller Kraft in das Projekt gestemmt, sogar nach Feierabend und auch in der größten Mittagshitze. Abdel von der Globus-Gesamtschule ist vor allem von den „neuen Erfahrungen“ begeistert. „Wir haben sehr schnell mit anderen Schülern von den anderen Schulen zusammengearbeitet“, erinnert er sich, „und auch wenn Pierre kein Deutsch spricht, konnten wir uns super mit ihm verständigen“.

Das sehen auch Nura und Max vom Mercator-Gymnasium und Kelvin von der Globus Gesamtschule so. „Ich habe hier neue Freunde gefunden, zum Beispiel Kelvin“, freut sich Max, Kelvin selbst ist begeisterter Künstler und konnte von Pierre Duc einiges lernen, „über Schattierung und Licht zum Beispiel.“ Für Nura ist vor allem die Größe des Projekts beeindruckend. „Allein hätte man das niemals schaffen können.“

Ein Vorbild für Politiker in ganz Europa

Das die Teilnehmer so ganz nebenbei und selbstverständlich den europäischen Gedanken leben, freut auch Petra Müller vom Amt für schulische Bildung. „Die Zusammenarbeit aller Institutionen und die Mithilfe der Stadt war klasse, wir hatten vom Spaten bis zum Mittagessen alles, was wir brauchten.“ So sind die Schüler Teil eines Projekts geworden, das in seiner Durchführung und in seinem Erfolg nur ein Vorbild für die hohen Tiere der deutschen und französischen Politik sein kann - und für die in ganz Europa.

Es bleibt maximal neun Tage

Das fertige Kunstwerk kann auf dem Gelände des Awo-Ingenhammshof, Am Ingenhammshof 1, bestaunt werden. Allerdings nur noch für maximal neun Tage, dann muss der Rasen und damit das Kunstwerk gemäht werden.

In den kommenden Tagen soll außerdem ein kurzer Dokumentarfilm über den Schaffensprozess des Land-Art-Stücks ins Internet gestellt werden.

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