Zirkusprojekt

Schüler bekommen für eigene Zirkusshow viel Beifall

Ein Ausschnitt aus der Schüler-Zirkus-Vorstellung.

Ein Ausschnitt aus der Schüler-Zirkus-Vorstellung.

Foto: Udo Gottschalk

Meidericher Grundschüler trainierten mit echten Clowns und Artisten. Am Ende stellten sie ihre Kunststücke vor Freunden und Verwandten vor.

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Duisburg - Untermeiderich. Als sich der Vorhang öffnet und die ersten Kinder in die Manege treten, werden sie sofort mit lautem Applaus im Zirkuszelt begrüßt. Im Dunkeln und Halbdunkeln wirbeln die kleinen Jongleure neonbunte Tücher und Leuchtpois umher. Die Eltern, Geschwister und andere Verwandten im Publikum sind mächtig stolz, jubeln, winken und machen Fotos.

Der Zuspruch ist ebenso groß, als etwa eine weitere Gruppe zeigt, wie gut sie mit Tauben umgehen kann oder als eine Horde buntgeschminkter Clowns ihre Späßchen treibt. So haben die Zuschauer die Zirkuskinder noch nie gesehen, denn sie sind keine Schausteller, sondern Grundschüler an der Bergstraße in Untermeiderich. Jetzt beendeten sie ihre Projektwoche zum Thema „Zirkus“.

Kinder konnten echte Zirkusluft schnuppern

„Das ist Riesenerlebnis“, sagt Schulleiterin Sabine Ulpke. „Ich bin sicher, dass einige Kinder vorher noch nie einen Zirkus kennengelernt haben.“ Doch eine Woche lang waren sie nun mitten drin, denn der Circus Paletti hat sie echte Zirkusluft schnuppern lassen. Ihr großes Zelt hatte die Zirkusfamilie Köllner auf dem Schulhof aufgebaut, ihre Wohnwagen dazugestellt und täglich mit den Erst- bis Viertklässern für die Abschlussvorstellungen trainiert. Alle 245 Grundschüler waren beteiligt, weshalb es gleich vier Zirkusshows gab, von vier unterschiedlichen Gruppen.

„Der Zirkus ist pädagogisch wertvoll“, weiß Ulpke. Nicht nur, weil die Nachwuchsartisten sich altersübergreifend in Interessensgruppen zusammenfanden. So gab es etwa Jongleure, Trapezartisten, Seiltänzer, Akrobaten, Clowns und Schüler, die mit Tauben oder Ziegen arbeiten wollten. „Die kleinen und zurückhaltenden Kinder, die sich sonst nicht so zeigen, müssen sich jetzt produzieren“, unterstrich die Schulleiterin einen weiteren Nutzen des Projekts.

Das Motto: Bewegung hält fit und gesund

Zudem müssten „verhaltensoriginelle Kinder sich zurücknehmen und zuhören.“ Denn sie seien nun Teil einer Gruppe – „und eine Clownsgruppe funktioniert eben nur gemeinsam.“ Dass jeder einzelne in der Manege im Mittelpunkt steht und zeigen muss, was er kann, unterscheide sich positiv von den ständigen Leistungstests der Schullaufbahn. Und wem regelmäßige Bewegung fehlt, bekomme sie beim Circus Paletti – „das hält fit und gesund.“

Doch die Grundschüler haben längst nicht nur mit der Familie Köllner vom Circus Paletti eine Stunde täglich ihre Kunststücke geübt, auch der restliche Unterricht war auf das Projekt abgestimmt: Mit ihren Lehrern haben die Kinder viel über die Zirkuswelt gelernt, haben gemalt, gelesen, gebastelt und Filme geschaut.

Einmal im Scheinwerferlicht stehen

Natürlich war der Höhepunkt für sie jedoch, als sie in die Manege traten, ins Scheinwerferlicht – unter dem Applaus ihrer Familien. „Aufgeregt sind sie alle“, sagte Sabine Ulpke, „weil sie jetzt beweisen müssen, dass sie können, was sie gelernt haben.“ Einige wollten jedoch gar nicht erst bis zu ihrem großen Auftritt warten; sie führten bereits auf dem Schulhof einige Tricks vor. So stellte sich ein Mädchen spontan auf ein Bein, bog das andere nach hinten, griff es und führte ihren Fuß bis fast an ihren Kopf.

Die meisten Zirkustricks würden jedoch zunächst für die Verwandten und die Lehrer gleichermaßen ein Geheimnis bleiben. „Wir wollen uns überraschen lassen“, sagte Lehrerin Nilcan Kurutaş.

Erinnerungen an den Zirkus

Schulleiterin Sabine Ulpke und ihr Kollegium wissen aus Erfahrung, dass sich Schüler vieler Generationen meist immer gerne an ein Zirkusprojekt erinnern, manchmal sogar noch Jahrzehnte später.

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