Verkehr

Ruhrorter fürchten Leben im Stau

Daran haben die Ruhrorter sich gewöhnt: Als im Mai die A 59 gesperrt war, ging nichts mehr. Fotos:Tanja Pickartz/Archiv

Daran haben die Ruhrorter sich gewöhnt: Als im Mai die A 59 gesperrt war, ging nichts mehr. Fotos:Tanja Pickartz/Archiv

Ruhrort.   Der Stadtteil am Hafen wird hart von Sperrungen getroffen. Stadt lehnt Beschluss der Bezirksvertretung zur Verkehrslenkung ab.

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Zwei Stunden und fünfzehn Minuten Fahrtzeit – und das von Ruhrort in die Duisburger Innenstadt. Was klingt wie eine völlige Übertreibung, war in den vergangenen Woche für viele Ruhrorter traurige Realität. Sperrungen der A 59 und der Karl-Lehr-Brücke bescherten Ruhrort einen Sommer des Stillstands.

Um die ohnehin angespannte Verkehrssituation im Ruhrorter Ortskern zumindest teilweise zu entzerren, stimmte die Bezirksvertretung Ende März diesen Jahres einem Antrag von CDU und FDP zu (wir berichteten). Der Antrag sah vor, das Rechtsabbiegen von der Fabrikstraße auf die Eisenbahnstraße zu untersagen, um mögliche Rückstauungen von Pkw in den Ortskern hinein vorzubeugen.

Einstimmiger Beschluss wird nicht umgesetzt

Die Stadtverwaltung lehnt es jedoch ab, den einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung umzusetzen. Dies wird den Bezirksvertretern in der heutigen öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl mit der Drucksache 17 - 0774 mitgeteilt werden.

„Es ist schon ein starkes Stück, dass die städtische Verwaltung einen Beschluss der Bezirksvertretung auf diese Art und Weise zurückweist“, sagt Michael Büttgenbach, Bezirksvertreter und Vorsitzender der Ruhrorter CDU, „dabei ist es die Politik, die der Verwaltung Vorgaben macht und nicht umgekehrt.“ Freilich hätte die Maßnahme allein nicht den drohenden Verkehrskollaps in Ruhrort abgewendet, sagt Büttgenbach: „Aber es ist eine Maßnahme, die zumindest die Belastung der Bürger im Ortskern abgemildert hätte.“

Verkehrskonzept für Ruhrort gefordert

Für ihn ist das Verhalten der Verwaltung ein Affront gegen die Bezirkspolitik. Er erwartet nun Konzepte und Lösungen von Stadtspitze und Verwaltung, damit der Verkehrs-Kollaps nicht der Normalzustand in Ruhrort bleibt.

Auch die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung ist nicht begeistert von der Zurückweisung des Antrags durch die städtische Verwaltung: „Das gibt uns schon zu denken“, sagt SPD-Bezirksvertreterin Heike Krause. Sie glaubt, dass die Verwaltung aus der Not eine Tugend machen kann: „Jetzt muss schnell ein Verkehrskonzept für Ruhrort her, das seine Schlüsse aus den Zuständen zieht, die wir hier in Ruhrort erlebt haben.“

Die Bezirksvertreterin sieht die Verwaltung in der Pflicht: „Dort sitzen Verkehrs-Experten, die gut dafür bezahlt werden, Mittel und Wege zu finden, wie ein Verkehrskollaps in Ruhrort verhindert werden kann.“

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