Rassismus

Realschule in Duisburg-Fahrn ist jetzt Lernort mit Courage

Die Realschule Fahrn wird mit dem Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet. Im Bild: Philipp Weißgerber (Beratungslehrer), Jens Büchel (Beratungslehrer), Max Melerski (Schüler), Isolde Vicktorius-Schänzer (Schulleitung) und Julia Rombeck (KI Duisburg).

Die Realschule Fahrn wird mit dem Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet. Im Bild: Philipp Weißgerber (Beratungslehrer), Jens Büchel (Beratungslehrer), Max Melerski (Schüler), Isolde Vicktorius-Schänzer (Schulleitung) und Julia Rombeck (KI Duisburg).

Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Fahrn..   Die Schule in Duisburg-Fahrn beteiligt sich am bundesweiten Schul-Projekt . An der Realschule ist kein Platz für Rassismus – das wird vorgelebt.

Auf dem schwarz-weißen Schild steht „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“; an welcher Wand die Auszeichnung in der Realschule Fahrn hängen wird, weiß noch keiner. Viel wichtiger ist es, die Verantwortung, die mit dem Anti-Diskriminierungssiegel einhergeht, vorzuleben und umzusetzen.

Achte Schule in Duisburg mit Auszeichnung

„An unserer Schule ist kein Platz für Rassismus – egal welche Wurzeln jemand hat“, stellt Schülersprecher Max Melerski (16) klar. Die Idee an dem bundesweiten Schul-Projekt teilzunehmen und ein Signal für Solidarität zu setzen, hatten die beiden SV-Lehrer Jens Büchel und Philipp Weißgerber: „Die Realschule steht seit jeher für Vielfalt und Toleranz. Als wir den Schülern davon erzählten, waren sie sofort Feuer und Flamme für die Aktion“, berichtet Büchel (32). Die Realschule Fahrn, an der mehr als 900 Schüler unterrichtet werden, ist damit die insgesamt achte Schule in Duisburg, die ausgezeichnet wird; sie ist nun Teil des größten Schulnetzwerkes in Deutschland. Rund 2700 Schulen engagieren sich in unterschiedlichen Formen gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt. Voraussetzung für das Siegel ist, dass mindestens 70 Prozent aller Menschen, die an der Schule lernen und arbeiten, sich schriftlich verpflichten bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage durchzuführen. „Die Unterschriften hatten wir ganz schnell beisammen“, sagt Isolde Vicktorius-Schänzer, Schulleiterin seit 2014.

Die Realschule Fahrn setzt damit ihr gesellschaftliches und bildungspolitisches Engagement fort: Es gibt bereits das Schulprojekt „Wider das Vergessen - für die menschliche Würde“, mit dem die Schule vor 15 Jahren begonnen hat, die Erinnerungskultur im Duisburger Norden mitzuprägen.

Schule verlegte auch schon Stolpersteine

Seitdem wurden Projektwochen durchgeführt, Stolpersteine verlegt und Auschwitz-Gedenkgottesdienste in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche mitgestaltet. Zusätzlich kooperierte die Schule bei zahlreichen Aktionen mit der Walsumer „Initiative gegen Rechts“ und nimmt regelmäßig am städtischen Gedenken an die Reichspogromnacht teil. „Wir sind multikulturell und finden das gut. Jeder Schüler und die Eltern sollen durch die Auszeichnung wissen, dass hier ein geschützter und toleranter Ort ist, in dem wir jedem mit Respekt begegnen“, betont Eslem Karakan (15), Vertretung des Schülersprechers.

Die Auszeichnung verlieh Julia Rombeck vom kommunalen Integrationszentrum Duisburg vergangenen Dienstag: „Wir beobachten die Projekte hier an der Schule schon länger – hier wird Toleranz gelebt“, findet die Landeskoordinatorin von „Schule ohne Rassismus“. Bei Fortbildungen und Treffen zwischen den teilnehmenden Schulen, tausche man Ideen aus, entwickle Projekte oder verteile Material, so Rombeck. An neuen Aktionen sitzen auch schon die SV-Lehrer und Schüler. „Vielleicht veranstalten wir einen Spendenlauf oder eröffnen eine Bildergalerie, von Schülern gestaltet“, verrät Philipp Weißberger schon einmal mögliche Projekte.

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