Politik

Private Träger schaffen KiTa-Plätze in Hamborn

Die Anmeldezahlen für Kindergartenkinder – hier ein Themenbild – schnellen im Duisburger Norden in die Höhe. Das ruft zahlreiche private Träger auf den Plan.Foto:dpa / Daniel Naupold/Archiv

Die Anmeldezahlen für Kindergartenkinder – hier ein Themenbild – schnellen im Duisburger Norden in die Höhe. Das ruft zahlreiche private Träger auf den Plan.Foto:dpa / Daniel Naupold/Archiv

Hamborn.  Bezirksvertretung Hamborn: Anmeldezahlen schnellen in die Höhe. Unterversorgung bei der Betreuung unter drei Jahren.

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Nicht nur die Schulen verzeichnen zur Zeit einen enormen Zuwachs an Schülern (siehe Seite 1). Auch die Kindertagesstätten (Kitas) müssen sich auf deutlich mehr Kleinkinder einstellen.

Das geht aus den jetzt der Bezirksvertretung vorgelegten Anmeldezahlen für das im Sommer beginnende neue Kindergartenjahr hervor. Nach den vorgelegten Zahlen gelingt es der Stadt trotzdem, die Betreuungsquote im Stadtbezirk zu erfüllen. Demnach stehen im Sommer für 97 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen Betreuungsplätze zur Verfügung.

Gesetzlich vorgeschrieben sind 95 Prozent. Nur bei den Plätzen für Kinder unter drei Jahren bleibt es bei einer Unterversorgung - gemessen an der vom Rat festgesetzten Versorgungsquote von 32 Prozent. Es wird nur für 24 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe solche Plätze in einer Kita oder privaten Tagespflegegruppe geben.

Marxloh hat deutlich aufgeholt

Vor allem Marxloh, wo das Angebot an Kita-Plätzen ab drei Jahren immer mit Abstand am geringsten war, hat zuletzt deutlich aufgeholt. Die Versorgungsquote stieg gegenüber dem Vorjahr von 63 auf bei 89 Prozent. Vier neue Kitas sind hier zur Zeit in Planung bzw. Bau.

Eine Einrichtung mit sechs Plätzen will die Lebenshilfe an der Diesterwegstraße eröffnen. Die gemeinnützige ISS GmbH will an der Rudolfstraße eine große Sechs-Gruppen-Kita betreiben. Hinzu kommen gleich zwei Einrichtungen des in Duisburg neuen Trägers gemeinnützige Zukunftsorientierte Kinderbetreuung GmbH (ZOK) an der Sandstraße mit bis zu 80 Plätzen sowie an der Wiesenstraße mit ebenfalls 80 Plätzen.

Einrichtung Schillerstraße schließt 2018

Zwar schließt die Katholische Kirche 2018 ihre baufällige Einrichtung an der Schillerstraße in Obermarxloh. Doch entsteht zum Ausgleich an der Hufstraße in Alt-Hamborn eine neue Kita mit 65 Plätzen. Neuer Träger dort soll die gemeinnützige Vielfalt Deutschland GmbH werden.

„Wir haben weiterhin hohen Bedarf, suchen Flächen und Träger“, erklärte Claudia Schulz vom Jugendamt jetzt den Bezirksvertretern. Sie kündigte auch an der Duisburger Straße für 2017/18 eine weitere Einrichtung durch einen auswärtigen Träger an. „Wir sind auf einem guten Weg“, lautete ihr Fazit.

Gesetzliche Gruppenstärke überschritten

Das hob auch SPD-Sprecher Volker Thierfeld hervor. Allerdings war ihm aufgefallen, dass stadtweit 825 Kita-Plätze nur dadurch geschaffen werden können, indem die gesetzlichen Gruppenstärken überschritten werden. Sie sollen bei Kindern ab zwei Jahren 20 Plätze betragen.

„Eine Überschreitung bis auf 22 ist aber zulässig“, erwiderte ihm Schulz. Als Lösung für Hamborn stellte sie in Aussicht, dass die bisherige Drei-Gruppen-Kita an der Schillerstraße durch eine sechsgruppige ersetzt wird. „Dann können wir die Gruppenstärken woanders zurückfahren“, erklärte sie.

Auch Herbert Fürmann (Linke) freute sich über die Entwicklung in Marxloh, wunderte sich aber über die vielen neuen Kita-Träger. „Hoffentlich haben sie die Problematik richtig eingeschätzt und werfen nicht das Handbuch“, sagte er mit Blick auf den hohen Integrationsbedarf durch Kinder von Zuwanderern.

Rechnerischer Fehlbedarf von 208 Kindern

Hans-Werner Schwarz (AfD) wollte mehr über den rechnerischen Fehlbedarf von 208 Plätzen für Kinder unter drei Jahren wissen. Claudia Schulz gab dazu zu bedenken, dass man zwischen der vom Rat festgesetzten Quote von 32 Prozent und dem tatsächlichen Bedarf unterscheiden müsse.

„In muslimischen Familien ist eine Kita-Betreuung unter drei Jahren nicht üblich.“ Ob es ähnlich wie bei den Lehrern auch bei Erzieherinnen ein Image-Probleme dabei gibt, einen Arbeitsplatz in Hamborn anzunehmen, wollte Schwarz außerdem wissen.

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