Neue Straßennamen

Politik: Straßennamen für Duisburger Baugebiete zu simpel

Blick auf den Eingang des ehemaligen St.-Barbara-Krankenhauses in Neumühl. Die künftigen, drumherum führenden Straßen sollen nach alten Höfen benannt werden.

Blick auf den Eingang des ehemaligen St.-Barbara-Krankenhauses in Neumühl. Die künftigen, drumherum führenden Straßen sollen nach alten Höfen benannt werden.

Foto: Tanja Pickartz

Fahrn/Neumühl.  Einfache Begriffe aus dem Bergbau und alte Neumühler Höfe sollten jetzt für neue Straßennamen dienen. Hamborns Bezirkspolitikern gefiel es nicht.

Nicht einverstanden sind die Mitglieder der Bezirksvertretung Hamborn mit den Namensvorschlägen für die neuen Straßen in zwei Neubaugebieten: im Gewerbegebiet Schacht in Fahrn und auf dem Gelände des früheren St.-Barbara-Hospitals in Neumühl. Die Beratung wurde vielmehr vertagt.

Für das ehemalige Zechengelände hatten die Stadtverwaltung vorgeschlagen, den Abschnitt der neuen Umgehungsstraße, die das Areal durchquert, Kumpelstraße zu nennen. Die zentrale Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet selbst sollte „Zur Sohle“ genannt werden.

„Mit Hofnamen kann niemand etwas anfangen“

Für die kleinen Zuwegungen auf dem St.-Barbara-Gelände waren Straßennamen nach früheren Neumühler Bauernhöfen ausgewählt worden: „Hof Ingerfurth“, „Plamannskath“, „Portmannskath“ und „Marcuskath“ sollen sie heißen.

„Die Begründungen dafür sind etwas dünn“, bemerkte dazu Christopher Hagenacker (SPD). In Fahrn waren Bezüge zum Bergbau gewählt, in Neumühl zur ehemaligen Landwirtschaft. „Wir wollen die Bürger daran beteiligen“, kündigte er an. Es bestehe ja kein Zeitdruck. Ratsherr Karl-Heinz Hagenbeck (Wählergruppe SGU) und Ratsfrau Martina Hermann (SPD) bemängelten, mit den Namen der alten Höfe könne in Neumühl niemand etwas anfangen. Seine parteilose Kollegin Britta Söntgerath erinnerte an das Vorhaben, Straßen künftig verstärkt nach Frauen zu benennen.

Bei der Suche noch nicht erfolgreich

Der Vertreter der Stadtverwaltung erläuterte kurz, was nicht in den Unterlagen stand: Straßennamen sollten möglichst einmalig sein, sie sollten die Unterscheidung von Wohnformen in einzelnen Stadtvierteln unterscheiden helfen, sollten Straßen nicht unterbrechen und über deren natürlichen Abschluss nicht hinaus gelten.

Außerdem könnten sie an die Ortsgeschichte erinnern, am besten, indem sie zu Gruppen zusammengefasst werden. Hier sei das der Fall. Dann musste er einräumen, dass man bei der Suche nach prominenten Hambornerinnen immer noch nicht erfolgreich sei. Martina Will (SPD) kritisierte, eine Kate sei kein vollwertiger Hof gewesen. Und: „Kumpelstraße klingt zwar nett, ist aber ein unangemessener Name.“ Daraufhin wurde die Angelegenheit auf die Zeit nach der Sommerpause vertagt.

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