Ausbildung

Pflegeschüler leiten eine Duisburger Krankenhausstation

Pflegeschüler konnten an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg-Hamborn im dritten Jahr in Folge Verantwortung übernehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Pflegeschüler konnten an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg-Hamborn im dritten Jahr in Folge Verantwortung übernehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Foto: Helios Klinikum Duisburg

Duisburg-Hamborn.  An der Hamborner St. Johannes Klinik haben Pflegeschüler drei Wochen lang die Kinderklinik geleitet. Für sie eine besondere Erfahrung.

Pflegeschüler übernehmen das Kommando: Die Auszubildenden aus dem Mittel- und Oberkurs des Helios-Bildungszentrums in Duisburg haben drei Wochen lang die Geschicke ganzer Krankenhausstationen geleitet. Das Konzept „Schüler leiten eine Station“ ist mittlerweile zwei Jahre alt. Die diesjährige Härteprobe fand sowohl in der Marien-Klinik als auch am St. Johannes statt. In dem Hamborner Hospital war es die Kinderklinik, in der die Nachwuchskräfte den Stationsbetrieb eigenständig am Laufen hielten.

In den drei Wochen mussten sie die Früh-, Spät- und Nachtdienste abdecken, den zugehörigen Dienstplan erstellen und Krankheitsausfälle kompensieren. „Wir haben von vorne bis hinten alle Aufgaben auf der Station übernommen“, erklärt Kim Szafranek, die für die Dauer des Projekts die Rolle der Stationsleiterin übernahm. „Unser Fokus lag dabei ganz klar auf der Pflege, also der Arbeit am Menschen.“ Die Azubis mussten aber auch mit den behandelnden Ärzten und anderen Abteilungen im Haus kommunizieren, die Dokumentation durchführen und verschiedenste Verwaltungsaufgaben erledigen, damit die Station funktioniert.

Duisburger Pflege-Azubis müssen ihre Komfortzonen verlassen

Der vielzitierte „Sprung ins kalte Wasser“ ist zwar durchaus Teil des Konzepts von „Schüler leiten eine Station“, aber natürlich waren die examinierten Pflegekräfte der Station rund um die Uhr dabei, um im Notfall beim „Schwimmen“ zu helfen. Begleitet wurden die Auszubildenden auch von ihren Kursleitungen, die regelmäßige Reflexionsgespräche auf den Stationen durchführten. Szafranek hofft, viele der gesammelten Erfahrungen auch nach Ende ihrer Ausbildung im März 2021 in der Praxis anwenden zu können.

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Sandra Weidlich, stellvertretende Leiterin des Bildungszentrums, ist von der Entwicklung ihrer Schützlinge begeistert: „Es ist toll zu sehen, wie sie sich im Laufe des Projekts entwickeln und an ihren Aufgaben wachsen. An vielen Stellen müssen sie zwar ihre Komfortzonen verlassen, aber sie kämpfen sich durch, und das mit viel Freude und großer Motivation.“

Schülerstation soll Praxisniveau auf ein neues Level heben

In gewisser Weise wird der Erfolg des Projektes ihm zum Verhängnis. Denn die dritte „Schülerstation“ soll auch die letzte gewesen sein, wie Weidlich erklärt: „Die positiven Erfahrungen haben uns dazu veranlasst, das Konzept in eine dauerhafte Einrichtung umzuwandeln. Ab Ende des Jahres wollen wir eine eigene Schulstation betreiben.“ Auf der sollen die Azubis dann regelmäßig unter den wachsamen Augen von Praxisanleitern, also besonders erfahrenen und zusätzlich pädagogisch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen, dauerhaft die Möglichkeit haben, mehr Verantwortung zu tragen. Sandra Weidrich: „Das hebt das Niveau der Praxiseinsätze während der Ausbildung auf ein neues Level.“

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