Logport VI

Oberdorf Walsum ist mit Abriss von Haus Brücker Geschichte

Das Bild zeigt die Fläche, wo früher das Hotel Brücker stand.

Das Bild zeigt die Fläche, wo früher das Hotel Brücker stand.

Foto: Manfred Lachniet

Alt-Walsum.  Die „Aufräumarbeiten“ auf dem Gelände der einstigen Papierfabrik in Duisburg-Walsum und drumherum gehen rasch weiter. Hotel Brücker ist weg.

Und wieder ist ein Teil des alten Walsums Geschichte: Vor wenigen Tagen ist der letzte Stein des einstigen Hotels Brücker abgetragen worden. Somit ist das alte „Oberdorf Walsum“ planiert. Der Heimatverein und Bürger hatten 2017 den Antrag gestellt, Teile der alten Papierfabrik und der umliegenden Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Aber: Die Behörden sahen keinen Grund, dem Wunsch nachzukommen.

Unter Denkmalschutz können Bauwerke gestellt werden, wenn sie für die Geschichte des Ortsteils von besonderer Bedeutung und für die Nachwelt erhaltenswert sind. Das haben die Denkmalschützer der Stadt dort nicht erkennen können.

Ein Skipper baute das Haus Anfang des 20. Jahrhunderts

Das Hotel Brücker galt lange als Traditionsgaststätte in Walsum. 1907 hatte ein Skipper (dessen Name in Vergessenheit geraten ist) das Haus gebaut und nannte die Kneipe laut Helmut Schorsch, Vorsitzender des Heimatvereins, „Zum goldenen Anker“.

Mitte der 1930er Jahre übernahm Familie Brücker das Gasthaus. Der erste Brücker, der am Zapfhahn stand, war Hermann. Sein Sohn Johannes übernahm die Gaststätte 1949. Am 14. Oktober 1944 war das Gebäude bei einem Bombenangriff zerstört worden, wurde aber wieder aufgebaut. Der Neubau hatte laut Helmut Schorsch nicht mehr ganz den Charme des alten Gebäudes, das Ecktürmchen und der Holzbalkon wurden nicht wiederhergestellt.

Haus Brücker war vor allem ein Treffpunkt der Handwerker

Haus Brücker war vor allem ein Treffpunkt der Handwerker. Aber auch Vereine tagten dort, so etwa die Betriebssportgemeinschaft der Zellstofffabrik (später Norske Skog) und der Auto-Modell-Club MCR.

Die jüngere Generation traf sich bei Brücker vor allem in den 1950er Jahren zum Tanz, „ohne, dass die Eltern etwas mitbekamen“, verrät Helmut Schorsch augenzwinkernd.

Die dritte Brücker-Generation, Hermann und Margret, leiteten das Haus bis zur Schließung Ende 2017. Sie hatten dort auch 18 Zimmer eingerichtet und die Räume vor allem an Handwerker und Monteure vermietet.

Das Haus Brücker befand sich an der Theodor-Heuss-Straße 225. Der Bereich ist dem neuen Logport-VI-Gelände zugeschlagen worden. Dort wird es künftig eine Zufahrt zum Logistikgelände geben, mit Wendehammer.

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