Geschenke

Zoohändler Zajac: Tiere gehören nicht unter den Tannenbaum

Das blaue Plüschtier soll es zu Weihnachten werden, findet Nala. Jetzt muss sie nur noch Frauchen Romina Hubernagel überzeugen.

Das blaue Plüschtier soll es zu Weihnachten werden, findet Nala. Jetzt muss sie nur noch Frauchen Romina Hubernagel überzeugen.

Foto: Jörg Schimmel

Neumühl.   Im Duisburger Zoogeschäft Zajac kaufen die Kunden Geschenke für ihre Hunde und Katzen. Der besondere Renner ist allerdings etwas ganz anderes.

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Tiere werden zu Weihnachten nicht verschenkt, sondern beschenkt. Das ist das Credo von Norbert Zajac. Und zwar seit vielen Jahren. Seine Kunden haben das ebenso verinnerlicht. Am Donnerstag herrscht viel Betrieb in dem Zoogeschäft am Konrad-Adenauer-Ring. Familien schieben ganze Einkaufswagen voller Zubehör zur Kasse. Hunde bekommen Spielzeug, Hamster Futter – alles zum Fest.

Erfahrung mit Tieren ist Voraussetzung

Wer tatsächlich einen Hund kaufen, oder sich einen Hamster anschaffen will, kann das natürlich auch tun. Soll es allerdings ein Weihnachtsgeschenk sein, lehnen die Mitarbeiter den Einkaufswunsch strikt ab. „Hier kommt man nicht einfach herein und kauft spontan ein Tier und legt es unter den Baum“, sagt Norbert Zajac.

„Wir führen vorher ein Gespräch mit den möglichen Käufern, da wir möchten, dass unsere Tiere in gute Hände kommen. Wer erwähnt, dass es ein Weihnachtsgeschenk sein soll, hat schlechte Karten“, sagt er. Man setze Erfahrung mit Tieren und entsprechendes Wissen voraus.

Hund als Familienmitglied gekauft

Silke Schwitalla hat mit ihren Töchtern einen Hund gekauft. Nicht für das Fest, sondern, „um unsere Familie zu vervollständigen“, sagt sie. „Wir sind jetzt bereit dafür. Dass Weihnachten ist, spielt keine Rolle. Wir haben schon einen Hund und wollten unbedingt noch einen. Zu Weihnachten ein Tier zu verschenken, kommt für uns nicht in Frage“, sagt sie.

Mehrere Stunden hat der Kauf gedauert. Ein intensives Gespräch mit einem Berater, ausgiebiges Kennenlernen von Mensch und Tier gehörten dazu. Am Ende sind alle glücklich. Auch das Bolonka-Weibchen, das auf den Namen Rainbow (Regenbogen) hören soll, fühlt sich auf Schwitallas Arm an die kuschelige Winterjacke gelehnt sichtlich wohl.

Mehrstündige Beratung muss vorm Kauf eines Tieres sein

Richtig Spaß hat auch die einjährige Hündin Nala, ein Australian Shepherd-Mix, von Romina Hubernagel. Nala darf sich selbst ein Geschenk aussuchen. Beim Spielzeug wedelt ihr Schwanz, die Zunge hängt aus dem Mund

Es dauert nicht lange, bis sie sich eines ausgesucht hat. Ein lilafarbenes Plüschtier soll es werden. Frauchen will dem Tier den Wunsch erfüllen. „Ich werde es sogar noch in Geschenkpapier einpacken. Dann kann sie auch damit noch spielen. Das knistert so schön“, sagt Romina Hubernagel und lacht.

Ein Mantel für Lotte liegt im Einkaufskorb

Einen Mantel für Hündin Lotte hat Dagmar Hildebrandt in ihrem Einkaufskorb. „Den bekommt sie nicht zu Weihnachten, sondern einfach so. Wir schenken dem Tier nichts zu Weihnachten“, sagt sie und überlegt einen Moment. „Lotte darf aber mit den Kugeln, die am Baum hängen, spielen. Das ist praktisch ihr Geschenk und lastet sie voll aus“, so Hildebrandt.

Zubehör für das Aquarium ist beliebt vor dem Fest

Nicht nur beim Hundezubehör ist viel los. Auch Katzen werden ganz offensichtlich beschenkt. Ein kleines Stoffmäuschen oder einen großen Kratzbaum – zu Weihnachten kaufen die Kunden gerne ein.

Ebenso für Nager oder Fische. „Wenn zu Weihnachten Gäste kommen, will man doch sein Aquarium schön haben“, sagt Norbert Zajac. „Und so kommen viele in der Weihnachtszeit und holen entsprechendes Zubehör.“

An Heilig Abend bis mittags geöffnet

Selbst am Heiligen Abend, es ist bis 13.30 geöffnet, kämen noch Fischfreunde vorbei, um ihrer Wasserlandschaft den letzten Schliff zum Fest zu geben.

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