Gartroper Brücke

Netze Duisburg können noch keine Leitungen verlegen

Die Gartroper Brücke ist im März über den Rhein-Herne-Kanal geschoben worden. Wann sie für den Verkehr freigeben wird, ist offen.

Foto: Hans Blossey

Die Gartroper Brücke ist im März über den Rhein-Herne-Kanal geschoben worden. Wann sie für den Verkehr freigeben wird, ist offen. Foto: Hans Blossey

Duisburg-Obermeiderich.   Das Versorgungsunternehmen wartet auf grünes Licht. Dienstag gibt es eine Besprechung. Politiker Sagurna kritisiert Wasser- und Schifffahrtsamt.

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Nicht nur die Obermeidericher und örtliche Politiker sind derzeit nicht gut auf das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich (WSA) zu sprechen. Auch die Mitarbeiter von Netze Duisburg sind sauer, weil sie den Einbau von Gas-, Wasser- und Stromleitungen im Brückenbereich wiederholt verschieben mussten.

Das, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt es bislang nicht geschafft habe, die zuvor zu bauenden Brückenentwässerungsanlagen termingerecht fertig zu stellen. „Am kommenden Dienstag“, sagte ein Sprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), zu der Netze Duisburg gehören, „gibt es vor Ort einen neuen Abstimmungstermin mit allen Versorgern, die dort Leitungen haben.“

Zahlreiche Leitungen liegen in der Nähe der Brücke

Und das seien etliche. Unter anderem verlaufen in unmittelbarer Nähe der Brücke Chemie-, Wasser-, Sauerstoff-, Thyssengas- und andere Gasleitungen. Bis zum Abbruch der Brücke gab es zudem die drei Leitungen der Stadtwerke (heute Netze Duisburg). Die wurden damals gekappt, müssen jetzt aber wieder angeschlossen werden, „um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können“.

Netze Duisburg könnten aber erst aktiv werden, wenn die Abwasserrohre samt eines Abwassersammlers fertiggestellt seien, hieß es am Freitag. Doch diese Arbeiten ließen auf sich warten. Dafür zuständig sei das WSA. „Wir haben unsere Arbeiten inzwischen drei- oder viermal verschoben“, sagte der DVV-Sprecher. Sofern nächste Woche verbindliche Absprachen getroffen werden, wollen Netze Duisburg am 21. August mit den Arbeiten beginnen. Wie lange das dauert, könne man aber nicht sagen, weil die Lage vor Ort kompliziert sei.

SPD-Politiker Bruno Sagurna kritisiert das WSA heftig

SPD-Ratsherr Bruno Sagurna, der sich seit Jahren mit dem Bauwerk befasst, kann nur mit dem Kopf schütteln ob der Planungen des WSA: „Es kann nicht sein, dass keine Termine eingehalten werden“, sagt er zornig. „Und das bei einer Bundesbehörde.“ Provozierend wirft er die Frage in den Raum: „Können wir in Deutschland denn überhaupt keine Großprojekte mehr?!“ Der Meidericher Politiker befürchtet, „dass die Brücke in diesem Jahr gar nicht mehr in Betrieb geht“. Er ist es, wie einige seiner politischen Kollegen, leid, von den Bürgern immer wieder wegen der immer noch unfertigen Brücke angesprochen zu werden und sich Bürgerbeschwerden anhören zu müssen. Über die Brückenbaustelle und die Verzögerungen bei der Fertigstellung haben wir mehrfach berichtet.

Die zuständigen Mitarbeiter im WSA waren am Freitag nicht erreichbar.

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