Schülertheater

Müll und das Ende der Welt auf Duisburger Bühne

Die Theatergruppe Trashedy der Gesamtschule Walsum engagiert sich in der Stadthalle Walsum mit einer Theateraufführung "Es gibt keinen Planeten B" für den Umweltschutz. Donnerstag 11.04.19 in Duisburg Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Die Theatergruppe Trashedy der Gesamtschule Walsum engagiert sich in der Stadthalle Walsum mit einer Theateraufführung "Es gibt keinen Planeten B" für den Umweltschutz. Donnerstag 11.04.19 in Duisburg Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Walsum.   Theatergruppe Trashedy der Gesamtschule Walsum inszenierte das Stück „Es gibt keinen Planeten B“. Im Mittelpunkt der Inszenierung: Müll

Donnerstagabend hinter der Walsumer Stadthalle: Mindestens drei wild in unterschiedliche Richtungen winkende Schülergrüppchen in den Leuchtfarbwesten der Parkplatzanweiser verwirren so manchen ankommenden Elternfahrzeugführer endgültig. Für die Aufführung der bunten Müllrevue „Trashedy“ der Gesamtschule Walsum hat jeder Schüler eine Aufgabe zu bewältigen. Und wenn alle so enthusiastisch bei ihrer Sache sein sollten, wie die aufgekratzten Parkplatzanweiser, dann kann das ja ein sehr heiterer Abend werden.

Brandaktuelles Umweltthema

In der restlos ausverkauften Stadthalle sagt Schulleiter Henning Korsten bei der Begrüßung: „Als wir vor einem Jahr mit der Planung für diese Aufführung begannen, wussten wir noch nicht, dass unser Umweltthema so brandaktuell sein würde.“ 230 Schülerinnen und Schüler der Klassen sechs bis zwölf sind an der Aufführung der Szenen beteiligt.

Die Trashedy beginnt mit der Schöpfungsgeschichte. Der Baum der Erkenntnis wird von seinen Kumpelbäumen gedisst, weil keiner seine Früchte isst. Die coolen Schlangen überzeugen die gelangweilte Eva davon, doch mal dran zu knabbern und Adam tut es ihr gleich. Es folgt ein Donnerschlag und eine Stimme sagt: „Aber Gott langweilte sich nach der Vertreibung aus dem Paradies, weil er nun niemanden mehr zum Beobachten hatte, deshalb schuf er das Fernsehen.“ Dort gibt es dann Trash bis zum Abwinken. Zwischen Dschungelcamp und DSDS muss jeder selber entscheiden, wieviel Müll er sich so täglich reinziehen will.

Donald Trump ist auch dabei

Gott wettet inzwischen mit dem Teufel darüber, ob die Menschen die Welt zerstören oder doch noch rechtzeitig Vernunft annehmen. Donald Trump ist auch dabei, findet, er sei ja selber nicht weit von einer göttlichen Existenz entfernt. Auf der Bühne findet ein Stamm tanzender Buschfrauen eine Colaflasche aus Plastik und verkracht sich prompt. Also lassen sie die Flasche einfach liegen. Eine Flasche ist doch nicht das Ende der Welt, oder?

Es bleibt nicht bei einer Flasche, auf der Bühne werden wahre Müllorgien gefeiert. Bei Feten im Grünen fliegen die Plastikbecher und Umverpackungen nur so durch die Luft. Scheinbar hat der Teufel die Oberhand. Und es tritt eine tiefernste, kleine Prophetin auf, die sagt: „Viele glauben, dass Walsum nur ein kleiner Stadtteil ohne Bedeutung ist und dass es keinen Unterschied macht, was wir tun. Aber uns gehen langsam die Ausreden aus. Ich bin hier, um euch zu sagen, dass die Natur sich das nicht länger gefallen lassen wird, was wir ihr antun.“

Spannend, unterhaltsam, dramatisch und kunterbunt haben die Schüler ihre aktuelle Botschaft unters Volk gebracht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben