Schulsicherheit

Markierungen am Boden sollen Kinder sicher zur Schule lotsen

Mit grüner Farbe sprühten die Schulkinder mit Lehrern und Polizisten die Abdrücke auf den Boden.

Mit grüner Farbe sprühten die Schulkinder mit Lehrern und Polizisten die Abdrücke auf den Boden.

Foto: Foto: Bärbel Steuwer

Alt-Walsum.  Markierungen sollen Kindern den Weg vom Elternhalteplatz bis zur Schule weisen. Jetzt müssen noch die Eltern mitspielen und diesen auch nutzen.

Von Dennis Bechtel


Immer den grünen Fußabdrücken nach. Sie weisen Schulkindern der Grundschule Theißelmannstraße in Alt-Walsum ab sofort den sicheren Weg zum Schultor. 42 Erstklässler haben die grünen Markierungen gemeinsam mit Lehrern und Polizisten angebracht. Die farbigen Wegweiser beginnen an einem Elternparkplatz, etwa 150 Meter vom Schuleingang entfernt.

Appell der Schulleiterin: Eltern sollen ihren Kindern vertrauen

Neu ist der Elternhalteplatz nicht. Allerdings werde er nicht genug genutzt, findet Schulleiterin Bärbel Steuwer, die hofft, dass das durch das Projekt geändert wird. „Den Elternhalteplatz gibt es jetzt seit vier Jahren. Er ist nicht weit entfernt von der Schule und soll die Situation vor dem Schultor entspannen“, sagt sie. Dort herrsche morgens aber noch immer Chaos. Kinder, die zu Fuß zum Unterricht kommen, seien durch die vielen haltenden Elternautos in ihrer Sicht eingeschränkt und dadurch in Gefahr. „Noch hat es keine Unfälle gegeben, aber es ist einfach gefährlich“, sagt Steuwer.

Mittlerweile würden zwar einige Eltern den Halteplatz nutzen, allerdings längst nicht alle. „Sie wollen ihre Kinder bis vor das Schultor bringen und dann noch sehen, wie sie hineingehen. Doch sie sollten ihren Kleinen vertrauen – auf dem Weg vom Elternplatz bis zur Schule kann nicht viel passieren“, sagt sie. Und damit auch wirklich niemand auf Abwege kommt, sollen jetzt die grünen Fußabdrücke weitere Unterstützung für die Kleinen bringen.

Neben Furcht, dass den Kids etwas auf dem Weg vom Elternparkplatz bis zur Schule zustoßen könnte, komme häufige Unpünktlichkeit, beobachtet Steuwer. „Wenn Eltern ihre Kinder zu spät zur Schule bringen, möchten sie natürlich nicht noch, dass die Kleinen ein Stück laufen müssen, damit sie nichts vom Unterricht verpassen“, weiß sie. „Deshalb wird dann kurz vor der Schule geparkt“, bemängelt sie.

32 Unfälle auf Schulwegen im Jahr 2018

Auch Polizeihauptkommissar Arndt Rother, Leiter der Verkehrsunfallprävention, weiß, dass durch viel Verkehr vor dem Schultor Gefahrensituationen entstehen können. „Das gilt sicherlich für viele Schulen. Die Problematik sorgt leider immer häufiger für Unfälle“, sagt er. Im Jahr 2017 wurden 30 Unfälle gemeldet, bei zwei davon waren die betroffenen Kinder schwer verletzt. 2018 gab es 32 Unfälle, fünf davon schwer. „Wir müssen alles tun, um solche Unfälle zu verhindern. Da kann man nur an die Eltern appellieren. An Schulen, wo es Elternhaltestellen gibt, sollten diese auch genutzt werden“, findet er. Gerade in der dunklen Jahreszeit sei die Gefahr, das es vor dem Schultor zu Unfällen kommt, erhöht. „Dann bringen mehr Eltern ihre Kinder zur Schule und die Sichtverhältnisse sind nicht gut.“

Die Sorge der Eltern, die ihre Steppkes am liebsten bis auf den Schulhof begleiten würden, kann er nur bedingt verstehen. „Das kurze Stück von der Elternhaltestelle bis zum Schultor ist ungefährlich“, sagt er. „Gerade wenn man bedenkt, dass viele Kinder zusammen laufen, die alle zur selben Zeit Schulbeginn haben“, sagt er.

Steuwer glaubt, dass die Kinder gern noch ein paar Meter gehen würden, bevor es zum Unterricht geht. „An der frischen Luft, dann noch mit einem Mitschüler quatschen. Das ist für viele schön. Es müssen nur die Eltern mitspielen“, sagt sie.

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