Ordensdienst

Von Schwester Bernadettes Einsatz profitiert das Hospiz

Schwester Bernadette betreut die Kleiderkammer Peter & Paula in Marxloh und begleitet Sterbende und ihre Familien im Hospiz.

Foto: Udo Milbret

Schwester Bernadette betreut die Kleiderkammer Peter & Paula in Marxloh und begleitet Sterbende und ihre Familien im Hospiz. Foto: Udo Milbret

Duisburg-Huckingen/Marxloh.   Schwester Bernadette arbeitet als Seelsorgerin im Hospiz St. Raphael. Dort findet sie es tröstlich, kranke Menschen in den Tod zu begleiten.

Wer die Geschichte der deutschen Ordensgemeinschaft der „Schwestern unserer lieben Frau“ nachliest, der liest Geschichten von mutigen Frauen. In Preußen und unter den Nazis geächtet, kamen die katholischen Schwestern doch stets dorthin zurück, wo das Leid der Menschen groß und die Hilfe knapp war. Schwester Bernadette ist eine dieser „Schwestern unserer lieben Frau“.

Seit 20 Jahren lebt sie in Duisburg. Erst zehn Jahre in Laar. Nun seit neun Jahren in Marxloh. „Wir wollten hierhin“, sagt die Frau lächelnd, die einst in Osnabrück geboren wurde und am Stammsitz des Ordens, Grefrath am Niederrhein, im Jahre 1978 dem Orden beitrat. Damals waren die Ordensschwestern aus der deutschen und auch der Duisburger Für- und Seelsorge nicht wegzudenken. Allein in Duisburg gab es in den 80er Jahren etwa 40 Ordens-Wohngemeinschaften. Heute gibt es noch eine, die aus zwei Schwestern besteht. Und die liegt in Marxloh – und ist doch wichtig für Huckingen.

Geld aus Laden in Marxloh fließt ins Huckinger Hospiz

„Wir sind nach wie vor da“, sagt Schwester Bernadette, als sie den erstaunten Blick des Reporters sieht und deutet. Wenn man die Arbeit der Schwester auf einen Nenner bringen wollte, dann wäre, „mit Gutem Gutes tun“ eine treffende Definition.

In Marxloh betreiben die Schwestern mit Unterstützung freiwilliger Helfer den Gebrauchtwaren-Laden „Peter und Paula“ des Malteser-Hospizes St. Raphael. Hier können Bedürftige für wenig Geld gut erhaltene Kleidung, Einrichtungsgegenstände und zahlreiche Dinge des täglichen Bedarf kaufen. Eine gute Tat, keine Frage.

Von dieser guten Sache profitiert eine weitere Einrichtung: „Ich arbeite als Seelsorgerin im Malteser-Hospiz St. Raphael in Huckingen“, sagt die Schwester. „Unsere Einnahmen gehen an das Hospiz und den mobilen Hospizdienst.“

Schwester Bernadette: „Man kann auch Menschen Freude bereiten, die wissen, dass sie bald sterben“

Dort werden todkranke Menschen in den letzten Tagen ihres Lebens unterstützt. Erwachsene und Kinder. Gibt es etwas Tröstliches in der Idee, einen todkranken Menschen in den Tod zu begleiten, fragen wir die Schwester? Kann es Licht für Menschen geben, die ihre dunkelsten Stunden erleben? „Ja natürlich, das gibt es“, sagt Schwester Bernadette. Da zu sein, den Menschen zu zeigen, dass sie wertvoll sind, auch dann, wenn sie nichts mehr zu leisten imstande seien: „Natürlich kann man auch Menschen Freude bereiten, die wissen, dass sie bald sterben werden.“ Im Gespräch, im Gebet, im Gesang: „Ich singe viel.“

Man könne den Menschen zudem Brücken bauen, ihnen den Abschied erleichtern. Dies gelte auch für die Angehörigen der kranken Menschen. Noch so eine gute Tat: Licht in die dunkelsten Stunden zu bringen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik