Schüleraustausch

Leibniz-Schule: So klappt der Schüleraustausch trotz Corona

Alina Luck (links), Lehrerin Bettina Wegner (Mitte) und Aylin Yilmaz (rechts) haben den Schüleraustausch an der Leibniz-Gesamtschule kurzerhand ins Digitale verlegt.

Alina Luck (links), Lehrerin Bettina Wegner (Mitte) und Aylin Yilmaz (rechts) haben den Schüleraustausch an der Leibniz-Gesamtschule kurzerhand ins Digitale verlegt.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Duisburg-Hamborn.  Die „Erasmus+“-Teilnehmer an der Leibniz-Gesamtschule besuchen eigentlich Schüler in ganz Europa. Der Pandemie trotzt die Gruppe auf kreative Art.

Trinken Deutsche wirklich so viel Bier? Und warum stehen in polnischen Hausfluren so viele Pantoffeln herum? Diese und andere Fragen klären die Schüler, die an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule das Fach „Erasmus +“ gewählt haben, eigentlich persönlich vor Ort. Gemeinsam mit Lehrerin Bettina Wegner reisen die Schüler nach Portugal, Spanien, Polen und Italien und empfangen selbst Gastschüler aus diesen Ländern. Das geht zu Corona-Zeiten natürlich nicht – und doch funktioniert die Völkerverständigung auch aus dem Duisburger Klassenraum heraus ganz hervorragend, dank Videokonferenzen und Podcasts.

Podcast aus Spanien nach Duisburg: Schüler erstellen Fragebögen

Ein Beamer projiziert die Videokonferenz der fünf europäischen Klassenräume auf die Wand neben der Tafel, doch die Schüler haben sich in Zweiergruppen vor den Schul-Laptops zusammengetan und sind ganz in ihre Arbeit vertieft. Mit Schülern aus allen Teilnehmerländern arbeiten sie per Videochat gemeinsam an einem Online-Quiz — zu einem Podcast.

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„Jede Teilnehmergruppe hat einen Podcast mit Informationen, Geschichten und eben Vorurteilen über ihr Heimatland aufgenommen“, erklärt Wegner, auf Englisch, versteht sich. In den gemischten Gruppen hören sich die Schüler die Podcasts der anderen Länder an, besprechen den Inhalt mit ihren internationalen Mitschülern und erstellen ein Quiz — das sollte jeder beantworten können, der zuvor den Podcast gehört hat.

Pantoffeln für Gäste, Pierogi nur an Festtagen

Die digitale Notlösung funktioniert in der Duisburger Gesamtschule überraschend gut — auch dank der Schüler, wie Bettina Wegner erklärt. „Die helfen mir auch bei technischen Sachen und sind sehr tapfer“, sagt die Lehrerin, „aber es tut mir schon sehr leid für sie. Sie sind ja um eine Reise gebracht worden.“

Alina und Aylin haben aber auch per Podcast gelernt, dass es in polnischen Häusern üblich ist, Pantoffeln für Besucher bereitzustellen und Pierogi nur zu Festtagen zu essen. „Das funktioniert gut“, bilanzieren die beiden, geben aber auch zu, lieber „richtig“ nach Polen fahren zu wollen.

Weiter südlich, im Klassenraum und auf dem Globus, beschäftigen sich Milan und Nova mit einem „Stereotypenquiz“ über Spanien. „Die erste Kategorie müsste ‚typical food‘ sein“, grübeln die Neuntklässler, so richtig sicher sind sie sich aber noch nicht. Kein Problem, per Videochat ist die spanische Autorin des Podcasts schnell kontaktiert: Unklarheiten beseitigt. Der große organisatorische Aufwand hat sich gelohnt, findet auch Bettina Wegner und freut sich: „Es funktioniert.“

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