Schallschutz Duisburg

Lärmschutzwand in Duisburg-Beeck sorgt für „Ruhe im Karton“

Volker Mosblech (4.v.l.) und Mahmut Özdemir (5.v.l.) setzen ein letztes Bauteil der Schallschutzwand in Beeck ein.

Volker Mosblech (4.v.l.) und Mahmut Özdemir (5.v.l.) setzen ein letztes Bauteil der Schallschutzwand in Beeck ein.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Beeck/Laar/Beeckerwerth.  Eisenbahnlärm nervt viele Menschen, die neben den Schienen leben. Jetzt gibt der Bund zehn Millionen Euro für Lärmschutz in Meiderich/Beeck.

Bald ist „Ruhe im Karton“. Das freut die Anwohner der Bahntrasse in Beeck, Laar und Beeckerwerth. Der Bund stellt derzeit Geld für

zur Verfügung – sofern es sich um Strecken handelt, die den Eisenbahnen des Bundes gehören. Im Bezirk Meiderich/Beeck laufen gerade Arbeiten an vier Schallschutzwänden, die insgesamt 4,2 Kilometer lang werden. 12,4 Millionen Euro liegen dafür bereit.

In den kommenden Jahren werden die Arbeiten an weiteren Bahntrassen fortgesetzt – in Ober- und Untermeiderich. Alles in allem werden zehn Kilometer entlang der Gleise im Bezirk Meiderich/Beeck mit den bis zu drei Meter hohen Alupaneelen, die mit Mineralwolle gefüllt sind, abgeschirmt sein.

100.000 Euro für passiven Schallschutz

Weitere 100.000 Euro stehen laut Bahn für so genannte „passive Schallschutzmaßnahmen" in diesem Umfeld zur Verfügung. Das Geld wird für Lüfter und gedämmte Fenster verwendet.

Unabhängig von diesen Maßnahmen soll es in absehbarer Zeit im Schienen-Güterverkehr nur noch deutlich leisere Wagen geben als heute. Die EU gebe vor, dass „laute Wagen verboten werden“, sagte Dr. Jens Klocksin, Leiter des Eisenbahnbereichs Lärm,-, Umwelt- und Klimaschutz im Bundesverkehrsministerium am Montagnachmittag bei einem Vor-Ort-Termin in Beeck.

Politik hat den „Lückenschluss“ persönlich erlebt

An der Friedrich-Ebert-Straße (Bereich Eisenbahnbrücke) wurde das letzte Element einer Lärmschutzwand symbolisch vor „großem Bahnhof“ eingesetzt. Neben Duisburger Lokalpolitikern, etwa aus der Bezirksvertretung und dem Rat, war auch SPD-Bundestagsabgeordneter Mahmut Özdemir gekommen, um den „Lückenschluss“ vor Ort miterleben zu können.

Werner Lübberink, der „oberste Eisenbahner aus NRW“, sagte im Auftrag der Deutschen Bahn, dass die „Politik endlich verstanden hat, wie wichtig die Eisenbahn ist“, damit die Bundesrepublik ihre Klimaziele erreiche.

Schallschutz auf 4,2 Kilometer Länge

Klocksin ist froh, dass es endlich leisere Güterzüge geben wird. Denn vor allem die seien es, die den Menschen den Schlaf rauben. „Zehn Dezibel weniger“, führte er aus, „bedeutet fünfzig Prozent weniger Lärm fürs menschliche Ohr“.

Duisburgs Bürgermeister Volker Mosblech sprach das an, was viele Anwohner der Bahnstrecken seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten ärgert: der Krach. „Lärm belästigt, Lärm macht krank“, stellte er klar – und freut sich, dass zumindest einige der Problembereiche nun beseitigt werden.

Auf der Brücke wird ein Spezialelement eingebaut

Im November soll auch der Abschnitt der Eisenbahnbrücke über die Friedrich-Ebert-Straße selbst mit Lärmschutz versehen sein. Dafür werden Spezialwände angefertigt und in einem Stück installiert. Anders als entlang der Trasse können auf der Brücke keine Stützen einbetoniert werden. An der Trasse, die jetzt „eingemauert“ wird, liegen 254 Wohnhäuser, beziehungsweise Wohnungen.

Auch in Obermeiderich sind zahlreiche Anwohner vom Krach der Züge betroffen. Dort ist inzwischen ein 1,7 Kilometer langer Bereich mit Lärmschutzwänden ausgestattet worden. Die jetzige Maßnahme betrifft folgende Bereiche: Friedrich-Ebert-Straße bis Am Rönsbergshof (1200 Meter Länge), Möllershofstraße (437 Meter), Meerbergstraße bis Stepelsche Straße (708 Meter), Deuchstraße bis Meerbergstraße (1827 Meter). Baubeginn war September 2018, Bauende ist im Dezember 2019.

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