Bildung

Kunst-Kurzurlaub für Kollegschüler

Das bewegende und mutige Selbstporträt von Nermina Čoralić ist ein Höhepunkt der Kunstschau.Fotos:Lars Fröhlich

Das bewegende und mutige Selbstporträt von Nermina Čoralić ist ein Höhepunkt der Kunstschau.Fotos:Lars Fröhlich

Marxloh.   Am Sophie-Scholl-Berufskolleg haben angehende Erzieher eine Ausstellung gestaltet. Diese soll auch Mitschüler zum Nachdenken anregen.

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In ihrer beruflichen Zukunft werden die angehenden Erzieherinnen des Sophie-Scholl-Berufskollegs häufig kreativ mit Kindern arbeiten. Dass sie selbst ein großes kreatives Potenzial besitzen, beweisen die jungen Leute und ihre Schulkultur-Koordinatorin Rita Glaser mit der Ausstellung „Unser kleines Museum“.

Kunst ist das, was entsteht, wenn Menschen in einem durch ernsthaftes Bemühen gekennzeichneten Arbeitsprozess, ein Werk erschaffen, in das sie ihre Begabungen, Gefühle und Fähigkeiten einfließen lassen. Kann dieses Werk danach von anderen sinnlich wahr genommen werden, spricht man von bildender Kunst.

Ausstellung im hoch gelegenen „Turmzimmer“

Vor dem Hintergrund dieser Definition sind die 16- bis 28-jährigen Kollegschüler, deren Werke Lehrerin Glaser nun zu einer Ausstellung formte, allesamt „bildende Künstler“. Denn Aussagen und Ausstrahlung haben die Bilder und Objekte, die Rita Glaser noch bis Ende Februar im hochgelegenen, gläsernen „Turmzimmer“ der Schule.

„Wir ermöglichen hier für die anderen Klassen der Schule Führungen durch die Ausstellung“, sagt Glaser, „die zum Nachdenken über Kunst anregen sollen, zum Nachdenken über sich selbst, die dazu einladen sollen, mal aus dem Schulalltag auszubrechen und sich mit dieser Kunst auseinander zu setzen.“

Die Schönheit zerrint durch die Sanduhr

Da gibt es einiges, mit dem sich die Jugendlichen intensiv auseinandersetzen können. Etwa das bewegende und mutige Selbstportrait von Nermina Čoralić. Oder die Umsetzung dessen, was die junge Scheina Abdou Chalah unter dem Oberbegriff „Vergänglichkeit“ versteht. Die Schönheit der Jugend, die langsam durch eine Sanduhr zerrinnt. Ergreifend auch das Projekt der jungen Iranerin zur Widerstandskämpferin Sophie Scholl, der Schul-Namenspatronin.

Freilich ist es aber nicht künstlerische Exzellenz, die in diesen Beispielen anklingt, die Glaser von ihren jungen Schützlingen erwartet: „Ich hole die Jugendlichen da ab, wo sie stehen“, sagt die Lehrerin beim Rundgang durch die Ausstellung, „bei mir kann auch jemand eine Eins bekommen, dessen Werk nicht auf den ersten Blick durch handwerkliches Können besticht. Auf die Herangehensweise kommt es an und darauf, ob sich jemand Gedanken gemacht hat.“

Verweise auf Kunststile und Künstler

Die Idee, etwa, aus Müll Alltagsgegenstände zu fertigen, hat der Lehrerin besondere Freude bereitet. Freude scheinen Glaser alle angehenden Erzieherinnen und Erzieher gemacht zu haben. Die Ausstellung ist gespickt mit Verweisen auf große Kunststile und berühmte Künstler, auf drängende politische Themen und gesellschaftliche Probleme.

Rita Glaser bietet sogar ein Quiz für die Besucherinnen und Besucher an. Wer mitmacht, wird mit jeder Menge neuer Einsichten belohnt und kennt anschließend garantiert den Unterschied zwischen Surrealismus und Expressionismus.

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