Kunst im Grüngürtel

Kunst, die beim Abbruch in Bruckhausen gerettet wurde

Katrin Gems an der Fischerfigur im Grüngürtel Bruckhausen.

Foto: Udo Milbret

Katrin Gems an der Fischerfigur im Grüngürtel Bruckhausen. Foto: Udo Milbret

Duisburg-Bruckhausen.   Die Historikerin Katrin Gems hat sich dafür eingesetzt, dass Kunst aus Abbruchhäusern erhalten wurde. Sechs Bleiglasfenster sind verschollen.

Katrin Gems, Gründerin der Geschichtswerkstatt DU-Nord, freut sich, dass mindestens drei Kunstwerke aus Häusern gerettet werden konnten, die für den Grüngürtel Bruckhausen abgerissen wurden. Es handelt sich um eine Skulptur, die die Duisburgerin „Der kleine Fischer“ nennt, und zwei glasbemalte Fenster.

Die etwa 1,20 Meter hohe Skulptur grüßt die Besucher des neuen Parks in der Nähe der Dieselstraße. Sie befand sich im Haus Bayreuther Straße 2a. Die Gründerin der Geschichtswerkstatt ist sich sicher: Wenn sie sich nicht vehement dafür eingesetzt hätte, dass diese Figur erhalten wird, wäre sie von den Abbruchbaggern zerstört worden.

Die Figur fand zunächst nur wenig Beachtung

Bereits im Jahr 2008, berichtet die Historikerin Katrin Gems, habe sie die Denkmalbehörde der Stadt Duisburg auf das Kunstwerk aufmerksam gemacht. Allerdings habe man der Figur zunächst wenig Beachtung geschenkt. „Ich habe den Fischer mit Gründung der Geschichtswerkstatt 2010 zum Symbol der Initiative gemacht“, berichtet Katrin Gems. Dadurch und durch Führungen in Bruckhausen habe die Figur wohl größere Popularität erfahren.

Letztlich habe sich die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) entschieden, sie vor dem Abbruch des Hauses herauszunehmen. Die Duisburgerin ärgert sich allerdings immer noch, wie das geschehen sei. Nämlich „brutal“. Mit der Folge, dass das Kunstwerk beschädigt worden sei.

Zwei bleiverglaste Fenster befinden sich bei der Werkkiste

Auch für den Erhalt der Fenster der einstigen Gaststätte Schwarzer Diamant machte sich Katrin Gems stark. Sie erkannte den Wert: Die teils bemalten Scheiben zeigen zum einen gaststätten-typische Motive wie eine Köpi-Reklame und eine Weinrebe. Aber auch ein Märchenmotiv. Acht Fenster in den groben Maßen 1,50 mal 2,40 Meter gab es.

Eines befindet sich in der Werkstatt der Werkkiste Duisburg in Bruckhausen. Ein weiteres ist in der Krypta unter der Liebfrauenkirche an der Wand befestigt. In der Krypta befindet sich das weniger attraktive. Das mit dem Märchenmotiv steht ungeschützt in den Arbeitsräumen und verstaubt.

Sechs Fenster aus dem Schwarzen Diamanten sind verschollen

Katrin Gems, die sich für die Geschichte Duisburgs stark macht, würde sich wünschen, dass diese beiden Fenster, aber auch die anderen sechs, die derzeit als verschollen gelten, aufgearbeitet und öffentlich gezeigt werden – am besten in einem Museum.

Sie will nachforschen, ob der Glasmaler identifiziert werden kann. Auch der Künstler, der den „Rheinfischer“ geschaffen hat, ist noch nicht herausgefunden. So hieß die Skulptur nach Informationen alter Bruckhausener tatsächlich. Der Künstler hatte übrigens mehr Werke geschaffen, die am Haus Bayreuther Straße angebracht waren, aber beim Abriss zerstört wurden. Darunter befand sich ein Relief vom Hafen mit einem Kran.

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