Kulturwerkstatt

Kulturwerkstatt Meiderich soll selbst zum Kunstwerk werden

Peter Weber, einer der beiden Vorsitzenden der Kulturwerkstatt, begrüßt die Gäste beim Neujahrsempfang in der Kulturwerkstatt Meiderich.

Peter Weber, einer der beiden Vorsitzenden der Kulturwerkstatt, begrüßt die Gäste beim Neujahrsempfang in der Kulturwerkstatt Meiderich.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Meiderich.   Neujahrsempfang mit Musik in der Kulturwerkstatt Meiderich. Viel Literatur und ein neues Ausstellungskonzept sind geplant.

Wie die Meidericher Kulturwerkstatt immer mehr selbst zum Kunstwerk werden soll, das hat auf ihrem Neujahrsempfang die bewährte Doppelspitze aus Peter Weber und Klaus Happel den vielen Besuchern erklärt. Dazu gab es wunderbare Musik von dem Düsseldorfer Künstler Mike Jansen. Bei einem Glas Sekt oder Selters blickten die Meidericher mit Peter Weber in der überfüllten alten Hinterhofschmiede zurück auf die Kulturarbeit des vergangenen Jahres.

Die alten Gruppen zu pflegen und gleichzeitig Platz für Neues zu schaffen, das ist schon ein Kunststück für sich. Die Kulturwerkstatt habe auch im 41. Jahr Lust darauf, einerseits an alten Traditionen festzuhalten: „Zum Beispiel an der Tradition, dass wir uns selber ganz ohne Zuschüsse finanzieren, dann redet uns nämlich auch keiner rein“, sagte Weber dazu. Aber man habe auch immer Bedarf, sich stets wieder neu zu erfinden.

Breiteres Kulturangebot

Durch die Mitarbeit der bestens vernetzten Vortragskünstlerin Petra Sörensen, die den Duisburgern als Leiterin des LiteraturBistros in der Stadtbibliothek in Erinnerung ist, habe in jüngster Zeit der literarische Bereich des breiten Kulturangebotes zusätzlich Fahrt aufgenommen. Weber betonte auch den Stellenwert der mit dem Stadtteil eng verbundenen Basisarbeit, wie die Gründung des Meidericher Singkreises und die Lesungen der Meidericher Geschichten vom schreibenden Männer-Quartett „Hahnenfeder“.

Man wolle den eher gelenkten, politischen Utopien des neuen Duisburger Akzente-Programms im kommenden Jahr in der Kulturwerkstadt poetische Utopien entgegenhalten, kündigte Klaus Happel an. Er konkretisierte den Begriff poetische Utopie anhand eines von ihm übersetzten Gedichtes des schwedischen Poeten und Nobelpreisträgers Tomas Tranströmer als eigenständige künstlerische Momentaufnahme. „Halte die Augen offen, du siehst dies gerade zum letzten Mal“, endete seine Übertragung.

Auch zwischen den Ausstellungen sollen Bilder präsentiert werden

Damit den Besuchern beim Offenhalten ihrer Augen in den kommenden Ausstellungen nicht die Zeit davonläuft, sollen die ausgestellten Werke länger hängenbleiben als bisher. „Insgesamt weniger, aber dafür besonders hochwertige Ausstellungen haben wir geplant“, freute sich Happel, der auch zwischen den Ausstellungen Bilder an den Wänden präsentieren will, „damit die Werkstatt selber allmählich zum Kunstwerk wird.“

Am Piano erfreute der Düsseldorfer bildende Künstler Michael „Mike“ Jansen sein Publikum mit eingängigen Improvisationen. Mit kurzem Schulterblick verständigte er sich mit dem hinter ihm sitzenden Schlagzeuger und zusammen breiteten sie einen magischen Klangteppich aus, der jeden Zuhörer zum gedanklichen Davonfliegen auf seine eigene Reise einlud.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben