Offener Ganztag

Kleine Künstler der Vennburchschule lernen von großen

Verkleidet als Prinzessin, Schmetterling oder Einhorn tanzen die Mädchen der Vennbruchschule bei der „Werkschau“ über die Bühne.

Foto: Kerstin Bögeholz

Verkleidet als Prinzessin, Schmetterling oder Einhorn tanzen die Mädchen der Vennbruchschule bei der „Werkschau“ über die Bühne. Foto: Kerstin Bögeholz

Vierlinden.   An der Vennbruchschule gestalten Künstler die Nachmittagsangebote. Die Schüler lernen mehr als nur Texte für die Abschluss-Aufführung.

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Dem kleinen Schmetterling mit den rosafarbenen Stoffflügelchen schlottern etwas die Knie. Sicherlich nervös steht das Mädchen im Falter-Kostüm mit der kleinen Prinzessin, dem Vampir und dem Einhorn in einer Reihe. „Psst.“ Die Frau mit dem roten T-Shirt legt den Zeigefinger auf ihre Lippen. Gleich geht es aus die Bühne.

Der Andrang bei der Werkschau der Vennbruchschule ist groß. Mitschüler, Geschwisterkinder und Eltern sind gekommen, um sich anzuschauen, was die Grundschüler in den vergangenen fünf Wochen während der Nachmittagsbetreuung erarbeitet haben. Unter der fachmännischen Anleitung von drei Künstlern wurde gemalt, gewerkelt, gepanscht und Theater gespielt. Die Schüler durften sich kreativ austoben.

„Bei uns sollen die Kinder auch Dinge kennenlernen und ausprobieren dürfen, die sonst Zuhause vielleicht nicht möglich sind“, erklärt Kulturpädagogin Sara Kritzler. In ihrem Workshop zum bildnerischen Gestalten habe eine der Schülerinnen zum ersten Mal eine große Farbrolle in der Hand gehalten und vor einer Leinwand gestanden. Andere probierten sich beim Batiken oder Stempel-Basteln aus, das die 28-jährige studierte Kulturwissenschaftlerin Theresa Frößler anbot.

Unter Leitung von Schauspieler Gabriel Rodriguez durften die Kinder schließlich in fremde Rollen schlüpfen und eigene kleine Szenen einstudieren. Die sollen heute in drei Unterrichtsräumen präsentiert werden, zusammen mit den bunt besprenkelten Leinwänden, die als Kulissen dienen – und natürlich den gebastelten Kostümen.

Geduldig warten die Zuschauer bereits auf den Bänken. Dann öffnet eine Betreuerin der OGS die Tür: Der große Auftritt für den kleinen Schmetterling und seine wundersamen Freunde beginnt. Von hinten bahnen sich die Kinder den Weg durch die Zuschauerreihen ganz nach vorne. Sie erzählen von (Tier-)Spuren, dem großen Thema der fünfwöchigen Workshopreihe, sie tanzen im Kreis und strahlen schließlich beim großen Schlussapplaus.

Garbiel Rodriguez ist stolz auf seine Schützlinge. Als sie ihr Kostüm abstreift ist eine der Schülerinnen dennoch sichtlich traurig, dass im Moment der Aufregung nicht alles ganz so geklappt hat: „Ich habe den Text vergessen...“, murmelt sie. „Da musst du nicht traurig sein. Dass man beim Theater den Text vergisst, das gehört doch eigentlich dazu“, tröstet sie der erfahrene Schauspieler. Schließlich ging es beim Workshop auch nicht nur um einen einzigen gelungenen Auftritt, sondern um neue Erfahrungen, Selbstbewusstsein, das Zusammenarbeiten in Gruppen und natürlich: viel Spaß.

>> Info: Konzept ist seit Jahren erfolgreich

Akki („Aktion und Kultur mit Kindern“) ist ein als freier Träger der Jugendhilfe anerkannter gemeinnütziger Verein. An der Vennbruchschule organisiert er die Kulturangebote im Nachmittagsbereich. Das interdisziplinäre Konzept besteht schon seit dem Schuljahr 2003/’04 und wurde bereits mit Preisen ausgezeichnet.

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