Kirche

Kirchenschließung: Beecker Katholiken suchen neue Räume

Die Räume an der Kirche St. Laurentius bieten viel Platz für die zahlreichen Gemeindeaktivitäten. Doch die Gläubigen müssen nach Alternativen suchen.

Die Räume an der Kirche St. Laurentius bieten viel Platz für die zahlreichen Gemeindeaktivitäten. Doch die Gläubigen müssen nach Alternativen suchen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Beeck.  Im Sommer endet die Trägerschaft des Bistums Essen für die Kirche St. Laurentius. Ein neues Gemeindezentrum ist in Sicht, kostet aber viel Geld.

Eine ehemalige Kita ist der Lichtblick der Gemeinde: Wenn im Juli 2020 die Trägerschaft des Bistums für die Kirche St. Laurentius endet, brauchen die Gläubigen in Beeck einen neuen Ort für ihr Gemeindeleben. Wenn es nach ihnen geht, ziehen sie dann in das Gebäude des einstigen Kindergartens an der Flottenstraße. Noch fehlt allerdings Geld für die nötigen Instandsetzungsmaßnahmen.

Gemeinde ist gerade für viele ältere Menschen das soziale Umfeld

Dass Kirche und Gemeindeheim keine Zukunft haben, steht seit fast zwei Jahren fest. Die vom Bistum Essen vorgegebene Kostensenkung um 39 Prozent für die Pfarrei St. Michael, zu der die Gemeinde gehört, wäre anders nicht zu erfüllen.

Während Gottesdienste künftig etwa „um die Ecke“ in der evangelischen Kirche stattfinden könnten, sind die Ausweichmöglichkeiten für die zahlreichen Gemeindeaktivitäten deutlich umständlicher. Das nächstgelegene katholische Gemeindezentrum befindet sich in Laar – gerade für ältere Menschen zu weit, sagt Marisa Euteneuer vom Pfarrgemeinderat: „Für viele Senioren ist die Gemeinde das einzige soziale Umfeld. Die, die nicht mehr so mobil sind, würden vereinsamen.“

Teurer Umwidmungsprozess für potenzielle Gemeinderäume

Die Nutzung des früheren Kindergartens könnte das Problem lösen – das Gebäude im Besitz der Pfarrei befindet sich in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Gemeindeheim. Weil die Räume aus eigenen Mitteln nutzbar gemacht werden müssen, gründeten Gemeindemitglieder einen Förderkreis. „Ursprüngliches Ziel war es, pünktlich im Juli 2020 dort einziehen zu können“, sagt Heinz-Günter Bartmann, Geschäftsführer des Förderkreises. Vor etwa einem Jahr begutachteten Handwerker die Räumlichkeiten und reichten Kostenvoranschläge ein – eine „sehr hohe Summe“, die es laut Bartmann zu bewältigen galt. Umso größer war die Freude, als eine Stiftung der Sparkasse sich bereit erklärte, den Betrag zu übernehmen.

Ernüchterung folgte, als es um die Umwidmung des Gebäudes in eine Versammlungsstätte ging. Denn die erfordert weitere Umbauten. Breitere Türen müssen her, ebenso ein Behinderten-WC. Wieder zog man Handwerker hinzu, wieder gab es einen Kostenvoranschlag, mehr als doppelt so hoch wie der erste. Von den Mitgliedsbeiträgen des Förderkreises wäre dieser Betrag nicht zu bezahlen, auch mit der Summe der Sparkassenstiftung nicht.

Übergangslösung über Juli 2020 hinaus denkbar

Nun sucht die Gemeinde nach weiteren Sponsoren – bisher ohne konkreten Erfolg. Die Politik, etwa in Person des Bundestagsabgeordneten Mahmut Özdemir (SPD), stellt Unterstützung bei baurechtlichen Prozessen in Aussicht. Auch die EG DU will helfen und bat um eine ausführliche Projektbeschreibung. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar“, betont Kirchenvorstand Sebastian Schlüter.

Der Einsatz für ein neues Gemeindezentrum bringt die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen. Formalitäten wie Anträge oder Projektbeschreibungen sind nicht ihr Fachgebiet. Und langsam rennt ihnen die Zeit davon. Immerhin: Solange das Bistum für die jetzigen Gemeinderäume keinen Käufer findet, können diese wohl auch nach Juli 2020 zunächst als Übergangslösung genutzt werden.

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