Kindergarten-Situation

Kindergärten sind in Duisburg-Aldenrade recht dünn gesät

Kinder und Erzieherinnen sitzen in einer Kindertagesstätte zum Spielen im Kreis.

Kinder und Erzieherinnen sitzen in einer Kindertagesstätte zum Spielen im Kreis.

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Duisburg-Walsum.   Die CDU in Walsum fordert die Stadt auf, aktiv zu werden, um den Missstand zu beseitigen. Alt-Walsum, Overbruch und Fahrn stehen indes gut da.

In keinem Duisburger Stadtteil ist die Versorgung mit Kindergartenplätzen für Drei- bis Fünfjährige schlechter als in Aldenrade. Für gerade mal 61 Prozent der Kinder im Ortsteil gibt es ein ortsnahes Angebot.

Insgesamt gibt es in Walsum 1388 Kinder der Altersgruppe drei bis fünf Jahre

In Zahlen: Laut Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg lebten dort 357 Kinder dieser Altersgruppe. Tatsächlich stehen aber nur 219 Plätze zur Verfügung. Das entspricht laut Jugendamt einer Deckungsquote von 61 Prozent. Wobei die nicht auf Basis der Gesamtkinderzahl berechnet ist, sondern auf der Basis 95-prozentige Deckung. Diese Quote entspricht den Erfahrungen der Behörde: In der Regel werden nicht alle Kinder angemeldet und in einer Kita betreut.

Insgesamt gibt es in Walsum 1388 Kinder der Altersgruppe drei bis fünf Jahre – Stand ist der 18. Januar 2019. Am besten versorgt ist der Stadtteil Alt-Walsum. Dort gibt es eine Deckungsquote von 124 Prozent. Sprich: für 107 Kinder stehen 133 Plätze zur Verfügung. Im angrenzenden Overbruch liegt die Quote bei 110 Prozent (132 Plätze für 120 Kinder), in Vierlinden bei 99 Prozent ( 347 Plätze für 349 Kinder).

CDU kritisiert den Platzmangel in Aldenrade

Fahrn schneidet auch gut ab: Dort haben Eltern auch die Wahl: Ihre 274 Kinder können in Einrichtungen unterkommen, die zusammen 314 Plätze anbieten. Wehofen kommt relativ schlecht weg: Dort fehlen 33 Plätze. Sprich: 181 Kinder leben dort, es gibt aber nur 148 Plätze. Das entspricht einer Quote von 82 Prozent.

Insbesondere Aldenrade ist der CDU in der Bezirksvertretung Walsum seit langem kindergartentechnisch ein Dorn im Auge. Immer wieder berichtet die Verwaltung auf Nachfrage der Politik, dass man die Entwicklung im Ortsteil abwarten wolle, bevor eine Entscheidung gefällt wird, weitere Kita-Plätze zu schaffen. „Wie lange will man in Aldenrade beobachten?“, fragte CDU-Fraktionschef Sebastian Geßmann säuerlich in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung in Richtung Verwaltung. „Es muss gehandelt werden, dringend“, lautet sein Fazit nach Studium des Zahlenwerks der Stadt, das zur Kenntnisnahme auf dem Tisch lag. Er appellierte an die Verwaltung, „schon jetzt Kontakt zu Kitas aufzunehmen und zu fragen, ob sie Platz für weitere Gruppen haben“.

Im kommenden Kindergartenjahr soll es 73 Kindergartengruppen geben

Im kommenden Kindergartenjahr 2019/2020 soll es im ganzen Stadtbezirk Walsum nach bisherigen Erkenntnissen 73 Kindergartengruppen geben. Für die Kleinsten, also die unter Dreijährigen, stehen 263 Plätze zur Verfügung. Derzeit gibt es 72 Gruppen und 258 Plätze in der Gruppe U3.

Die Situation im Bezirk Walsum ist deshalb in einigen Bereichen angespannt, weil dort laut Stadt Duisburg nach Hamborn der „nominal höchste Einwohnerzuwachs bei den Dreijährigen und Älteren zu verzeichnen“ sei. Es gebe jetzt 80 Kinder mehr, wodurch die einstmals gute Versorgungsquote von 98 Prozent im Vorjahr auf nun 93 Prozent gesunken sei.

Betreuung für Flüchtlingskinder funktioniert problemlos

Die Betreuung von Flüchtlings- und Zuwandererkindern ist in Walsum kein großes Thema. Insgesamt gibt es 128: 27 stammen aus Zuwandererfamilien, 101 sind Flüchtlingskinder. Letztere werden im Übergangsheim Königstraße und in der katholischen Kita St. Dionysius/Kinderbude St. Franziskus betreut.

Im Fokus der Arbeit stehen die Förderung der Sprach- und Sozialkompetenzen, aber auch die Einführung fester Tagesabläufe und -strukturen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben