Hilfsprojekt

Kinder in Duisburg trommeln leidenschaftlich wie in Afrika

Trommeln wie in Afrika – in der Bonhoeffer-Gemeinde.

Trommeln wie in Afrika – in der Bonhoeffer-Gemeinde.

Foto: Ev. Kirchenkreis, Merkelt-Rahm

Duisburg-Obermarxloh.   Beim Afrika-Tag in der Evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde hat Dieter Palapys sein Senegal-Hilfsprojekt vorgestellt. Und die Kindern trommeln los.

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Mit einem schrillen Schreckensschrei hat jüngst der Afrikatag im Obermaxloher Familienzentrum der Evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde begonnen. Ein kleines Brüderchen dreht sich im Gruppenraum um und steht unversehens vor Tokaito Toure, dem Mastertrommler aus Oberhausen mit Wurzeln in Guinea. Da hilft nur eine schnelle Flucht. Das brüllende Knäblein wirft sich in die Arme seiner etwas verlegen dreinblickenden Mutter. Mit Toure ist Dieter Palapys hereingekommen, der sich seit 20 Jahren im Senegal engagiert.

„Wir verstehen das, es ist ganz normal, sich vor dem Fremden zu fürchten“, sagt Palapys der Mutter und fügt lächelnd hinzu, „wenn ich im Senegal in ein Dorf komme, weinen die Babys auch, weil sie Angst vor mir haben.“

Kinder lernen von Tokaito Toure einen afrikanischen Trommelrhythmus

Später wird der Kleine gemeinsam mit den anderen Kindern und Eltern auf der Altartreppe der Lutherkirche sitzen. Die Angst ist verflogen, die Kinder lernen von Tokaito Toure einen afrikanischen Trommelrhythmus. Alle trommeln mit Feuereifer. Das Fremde ist oft ganz schön, wenn man erst mal die Angst überwunden hat.

Schon einige Wochen haben sich die Kitakinder in ihren Gruppen mit Afrika beschäftigt. Dieter Palapys kam zum Vorlesen und Geschichten erzählen vorbei. Es wurden Affen geklebt, Giraffen ausgeprickelt und Bananenbrot gebacken.

Mittags gibt es ein afrikanisches Essen mit Hirse

Nun haben die Kleinen Verstärkung durch etliche Grundschulkinder vom Kinderaktionstag. Kitaleiterin Petra Rettkowski freut sich über das große Interesse am Afrikatag, auch wenn bei so vielen Besuchern in der Küche langsam die Töpfe knapp werden. Es duftet nach Knoblauch. Mittags wird es afrikanisches Essen mit Hirse, Kichererbsen, Möhren, Paprika und Hackfleisch geben. Alle Kinder und Eltern basteln gemeinsam afrikanische Bälle, tragen Fische in einem Korb auf dem Kopf durch einen Hindernisparcours oder füttern einen Löwen, der viele Bälle jedoch sofort wieder ausspuckt.

Junge Männer und Frauen bekommen eine Ausbildung

Im großen Foyer gibt es viele Bilder aus dem Aspail-Ausbildungszentrum in Thiès, etwa 80 Kilometer östlich von der Drei-Millionen-Stadt Dakar. Palapys ist regelmäßig vor Ort. Darüber hinaus unterstützt er mit dem kleinen Verein Sthenos-Phanos von Deutschland aus die Arbeit in Thiès, wo junge Männer und Frauen eine Aus-oder Weiterbildung in Elektrotechnik und Kurse in Informationstechnik oder Photovoltaik machen können. „Inzwischen ist das angekommen, dass wir den jungen Menschen dort kleinteilig und geduldig helfen müssen, indem wir für gute Ausbildung sorgen“, sagt der pensionierte Elektro-und Maschinenbaumeister, der den Materialschlachten protziger Großprojekte misstraut. „Ein Leben ist leider viel zu kurz, um wirklich viel zu bewegen“, setzt er bedauernd hinzu.

Die richtigen Denkanstöße bekommen die Kinder früh

Vielleicht ist das der Grund, warum er so viel von seiner Zeit investiert, um die Kitakinder für seine Erfahrungen im Senegal zu interessieren. Sie haben noch viel Zeit, die Welt besser zu machen, wenn sie frühzeitig die richtigen Denkanstöße bekommen.

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