Digitalisierung

Jugendberufshilfe präsentiert sich zum Josefstag in Duisburg

Thomas Zander, der Schulleiter der Herbert-Grillo-Gesamtschule (links) freut sich immer über neue Lehrer. Diesmal musste er sie sich jedoch selbst aus Holz ausschneiden, unter der Anleitung von Sükrü Can Kanitez (Mitte) und Elyesa Özkan.

Thomas Zander, der Schulleiter der Herbert-Grillo-Gesamtschule (links) freut sich immer über neue Lehrer. Diesmal musste er sie sich jedoch selbst aus Holz ausschneiden, unter der Anleitung von Sükrü Can Kanitez (Mitte) und Elyesa Özkan.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg-Marxloh.   Die Duisburger Werkkiste lud nach Marxloh ein und zeigte die Grenzen der Digitalisierung auf. Zudem war es der Auftakt der Demokratiewerksatt.

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Auf dem Quartiersplatz (An der Paulskirche) haben Jugendliche und junge Erwachsene der Duisburger Werkskiste gezeigt, was sie können – und das spielerisch. Denn anlässlich des Josefstags, benannt nach dem Schutzheiligen der Jugendsozialarbeiter, hat die katholische Einrichtung jetzt an einer bundesweiten Aktion teilgenommen, um ihre Arbeit und die anderer Organisationen und Institutionen zu präsentieren.

„Leben 4.0 – Jugend braucht Perspektive“ lautete das diesjährige Motto. „Das Digitale geht nicht ohne das Analoge“, sagt Geschäftsführer Norbert Geier, „wenn man im Internet ein Regal bestellt, muss es ja jemand bringen und aufbauen.“ Genau das bewiesen die Jugendlichen, indem sie einen momentan so modernen Sprachcomputer nachstellten, der auf Befehl Waren einkauft und Auskünfte gibt. „Mache Marxloh etwas bunter“, verlangte zum Beispiel Hinrich Köpcke vom Jugendamt, und wurde zum Gärtnerstand geführt, wo er selbst Hand anlegen und Blumen einpflanzen musste. Und wer bessere Lehrer haben wollte, musste sich diese am Holzstand als Silhouette heraussägen.

Demokratiewerkstatt ist ein neues Projekt in Marxloh

„Wir wollen zeigen, wie wichtig die Jugendhilfe ist, nicht nur für den Stadtteil“, sagt Lena Richter von der Werkkiste, „und dass die Kirche und die Gesellschaft eine große Verantwortung für die Jugendlichen haben.“ Zudem helfe der Tag, dass Einrichtungen der Jugendberufshilfe nicht nur besser wahrgenommen werden, sondern dass sie sich untereinander besser vernetzen.

Vorgestellt werden sollte außerdem die Demokratiewerkstatt, die die Landeszentrale für politische Bildung jetzt mit Partnern im Bezirk begonnen hat. Bei diesem Projekt sollen die Marxloher äußern, was sie sich für den Stadtteil wünschen. „Es gibt hier viele gewachsene Strukturen, alle ziehen an einem Strang“, freut sich Karina Hohl von der Landeszentrale, die am Freitag begann, Anregungen aufzugreifen. Das Projekt wolle die Frage in den Mittelpunkt stellen: „Was ist mir persönlich wichtig für das Zusammenleben im Stadtteil?“ Dabei gehe es aber auch um die Demokratie, so Hohl, „denn Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, auch eine Haltung.“ Dazu gehöre ein friedliches Zusammenleben und eine Wertevielfalt.

Die Wunschsammlung sei aber nur ein erster Schritt. Sie wird als Wanderplakat umgesetzt, das in den nächsten Monaten durch Marxloh und den Bezirk ziehen wird. Auf eine spätere Auswertung sollen schließlich Lösungen folgen. Die ersten beiden Teile des Plakats wurden jetzt auf dem Quartiersplatz gestaltet, mit Bildern und schriftlichen Forderungen. So wünscht sich ein Mädchen etwa „eine starke Gemeinschaft“. Dagegen möchte die zwölfjährige Joyce ein kleines Kino haben, „damit ich nicht immer in die Stadt fahren muss.“ Gefordert werden zudem mehr Grünflächen, Cafés und Begegnungsstätten, mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche.

Ebenfalls kritische Beiträge in der Wunschsammlung

Kritische Beiträge gibt es ebenfalls, so wird gleich mehrfach das Müllproblem angesprochen, auch solle man besser gegen den Drogenhandel vorgehen. „Ich möchte mehr Sicherheit“, sagte Julia Reifer, insbesondere „wegen der Gewalt in der Straßenbahn“. Dort sei sie nämlich bereits schon von hinten angegriffen worden, und bemerke auch jetzt regelmäßig Konflikte. „Mehr Sicherheitsleute wären schön.“

Karina Hohl zieht ein positives Fazit des Projekttags, doch es sei noch viel zu tun. „Wir müssen das Vertrauen zu den Menschen aufbauen, die hier leben“, danach werde ernsthaft an Lösungen gearbeitet – auch mit Hilfe der Politik.

>>> Drei örtliche Projektpartner für die Demokratiewerkstatt

  • Das Projekt Demokratiewerkstatt der Landeszentrale für politische Bildung hat derzeit insgesamt sieben Standorte in Nordrhein-Westfalen. Erste Städte sind daran seit vergangenen März beteiligt.
  • Die drei Projektpartner sind die Duisburger Werkkiste, die Herbert-Grillo-Gesamtschule und das Aktuelle Forum.

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