Wildtiere

Im Landschaftspark Duisburg-Nord leben 30 Libellenarten

Eine späte Adonislibelle im Landschaftspark Nord.

Eine späte Adonislibelle im Landschaftspark Nord.

Foto: WAZ FotoPool

Walsum/Hamborn/Meiderich/Ruhrort.   In diesem Teil unserer Serie „Wildtiere in der Stadt“ geht es um Libellen. Sie sind für den Menschen vollkommen harmlos und stechen nicht.

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Sie sind sensationell gute Flieger und jagen manchem Zeitgenossen Angst ein. Dabei sind sie vollkommen harmlos und können nicht stechen – die Libellen. In Duisburg sind sie überall zu Hause, wo es Gewässer gibt. Das kann der Gartenteich sein, eine sumpfige Senke im Wald, ein Wasserloch in der Rheinaue oder ein Feuchtbiotop im Landschaftspark. Überall sind die Insekten, die eifrig Mücken und Co verputzen, zu sehen.

Tobias Rautenberg, Mitarbeiter der Biologischen Station im Landschaftspark Nord, weiß zu berichten, dass es nirgendwo sonst in der Stadt so viele unterschiedliche Arten gibt wie zwischen den stillgelegten Hochöfen, Erzbunkern und zuwuchernden Flächen. „Hier finden sie optimale Lebensbedingungen“, sagt der Fachmann. 30 Arten gibt es allein dort – „das ist die Hälfte aller in Nordrhein-Westfalen vorkommenden Arten“, berichtet Rautenberg. Eine Stelle, wo sie sich ungestört aufhalten und fortpflanzen können, ist die renaturierte Emscher.

Aber auch im Gartenteich sind die Voraussetzungen oft gut. Wer am eigenen Gewässer Libellen antrifft, kann sich glücklich schätzen. Denn: Die Larven dieser Tiere sorgen dafür, dass Mücken schon im „Babystadium“ verputzt werden. Folge: die Mückenzahl wird schon früh stark reduziert. Und die fliegenden Libellen jagen den kleinen Blutsaugern auch hinterher.

Wer gerne diese Großinsekten im eigenen Garten hätte, muss also nur einen Teich anlegen, der auch schön bewachsen sein sollte. Denn Verstecke und Landeplätze sind nötig. „Dann muss man nur noch warten“, sagt der Fachmann. „Die Besiedelung kommt von alleine.“ Nur Fische sollte man nicht einsetzen – die würden die Libellenlarven fressen

Rund 50 Kilometer weite Strecken können die mitunter fingerlangen Insekten zurücklegen. Mit sage und schreibe 50 Stundenkilometern sind sie gelegentlich unterwegs, um Beute zu machen. Dabei können sie dank ihrer vier Flügel von jetzt auf sofort die Richtung ändern, aber auch stoppen und wie ein Hubschrauber in der Luft stehen bleiben.

„Libellen sind keine Schädlinge.“ Auf diese Feststellung lädt der Biologe wert. Ganz im Gegenteil: Sie vertilgen sogenannte Schädlinge wie Mücken und gelten deshalb als „Nützlinge“. dazu kommt, dass sie ausgesprochen hübsch sind. Ihre Körper schillern in allen möglichen metallischen Farben.

Beliebt bei Fotografen

Bei Hobby-Tierfotografen sind sie sehr beliebt, weiß Tobias Rautenberg. Nicht nur, weil sie so attraktiv sind, sondern auch, weil sie mitunter sekundenlang n der Luft stehen oder sich an einem Schilfhalm sonnen. Dann hat man (fast) alle Zeit der Welt, sie abzulichten.

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