Stadtgeschichte

Historische Aufnahme zeigt das Straßenbahndepot Grunewald

Das Bild zeigt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Betriebshof Grunewald.

Das Bild zeigt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Betriebshof Grunewald.

Foto: Archiv Heimatverein Walsum

Duisburg-Walsum.   Der Vorsitzende des Heimatvereins Walsum glaubte, ein Bild aus Aldenrade zu besitzen. Ein Duisburger Straßenbahnfan ist sicher: Er liegt falsch.

Der Ruhrorter Jörg Starke geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheilichkeit davon aus, dass das obige Bild den Straßenbahn-Betriebshof Grunewald an der Düsseldorfer Straße zeigt. Helmut Schorsch, Vorsitzender des Heimatvereins Walsum, hatte bis vor Kurzem geglaubt, das Foto sei in Aldenrade an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße entstanden.

Veröffentlicht hatten wir das Bild kürzlich auf einer Sonderseite zum Thema „Historische Straßenbahnstrecken im Duisburger Norden“. Nachdem Helmut Schorsch davon erfahren hatte, dass der angenommene Ort möglicherweise nicht stimmt, schaute er sich das Bild aus dem Jahr 1945 genau an und stellte beim Vergrößern fest: Der Hintergrund ist definitiv nicht in Walsum: „So einen Damm gibt es bei uns nicht. Ich kann allerdings nicht sagen, ob es sich um die Anlage Grunewald handelt“, sagt er.

Straßenbahnen sind Jörg Starkes Hobby

Jörg Starke kennt sich an der Düsseldorfer Straße bestens aus. Straßenbahnen sind sein Hobby. Er ist sich sicher, dass im Hintergrund die Eisenbahnstrecke Hochfeld-Hauptbahnhof auf dem Damm verläuft. Man erkennt am oberen rechten Bildrand Signalanlagen“, sagt der frühere Bergwerk-Elektriker.

Ein weiteres Indiz für den Standort Grunewald sieht Starke im Zugtyp. „In Walsum fuhren die Bahnen damals auf der Meterspur“, sagt der 53-Jährige. Der ausgebrannte Wagen im Vordergrund indes habe die sogenannte Normalspur (1435 Millimeter). Und solche Wagen seien damals nicht in Walsum und Hamborn unterwegs gewesen. Die gab es nur in Duisburg.

Zu einem weiteren Foto gab es eine Leserreaktion: Eine Dame aus dem Duisburger Süden meldete sich, weil sie ihre Mutter als junge Frau erkannte. Es handelte sich um die linke Schaffnerin im Bild links. Es zeigt die etwa 20-jährige Irmgard Pusch, die später Mols hieß.

Dankbar für Informationen

Der Heimatverein Walsum hat Tausende historischer Fotos in seinem Archiv, darunter einige Hundert, zu denen Detailinformationen fehlen. Deshalb freut sich Helmut Schorsch stets, wenn Reaktionen auf die Veröffentlichung der alten Schätzchen kommen. Auch, wenn sich, wie im Fall des Straßenbahndepots, herausstellt, dass ein Bild gar nicht aus Walsum stammt.

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