Heimatkunde

Heimatverein besichtigt Entenviertel in Duisburg-Marxloh

Horst Niewrzol (mit Buch) hatte zu einer historischen Tour rund ums Schwelgern-Café eingeladen.

Foto: Udo Milbret

Horst Niewrzol (mit Buch) hatte zu einer historischen Tour rund ums Schwelgern-Café eingeladen. Foto: Udo Milbret

Marxloh.   Horst Niewrzol vom Heimatverein Hamborn führte ältere Duisburgerrund um das Quartier in Marxloh und das Schwelgernstadion.

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An längst vergangenen Tagen haben sich im Schwelgernstadion Menschenmassen getummelt, die ihren Sportlieblingen zujubelten. Heute bahnen sich Pflanzen ihren Weg über die Ränge. Gras wuchert auf den Tribünen.

Mitglieder des Heimatvereins Hamborn wissen noch, wie es früher in dem Stadion und im angrenzenden Entenviertel aussah. Um Interessierte auch an der Vergangenheit teilhaben zu lassen, hatte der Verein eine Führung organisiert.

Sportler Horst Niewrzol, der früher selber im Stadions an den Start ging, gab Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Viertels. Er ist begeisterter Radler und bestens mit der Historie des Schwelgernstadions und dessen Nachbarschaft vertraut.

Alte Fotos wecken Erinnerungen

Etliche Besucher schauten nun im Eingangsbereich des Stadions vorbei. Dort waren Fotos ausgestellt, die den Abriss der Gebäude im Entenviertel dokumentieren. Es sei eine sinnlose Zerstörung gewesen, so Niewrzol, der erfolgreich gegen den Abriss der Zinkhüttensiedlung gekämpft hat. Entlang der Stadionmauer spazierte die Truppe. Die meisten der Zuhörer kamen aus der Umgebung und haben eigene Verbindungen zum Viertel.

„Früher sind wir bei Wettkämpfen über die Mauer geklettert. Manchmal wurden wir erwischt, und manchmal eben nicht“, sagte Günther Steinbrink und lachte. Auch die Kneipe „Zur fröhlichen Theke“ weckte Erinnerungen. Sie lag gegenüber vom Park, in dem jetzt Spaziergänger schlendern.

Auf den Bildern, die aus den 1980er Jahren stammen und vor Ort rumgereicht wurden, sind jedoch noch keine Spuren von der neuen Grünanlage zu sehen. Zu dem Zeitpunkt haben dort noch Häuser gestanden, die später abgerissen wurden. Einige Teilnehmer der Führung haben sich auf den Fotos gleich zurecht gefunden und erkannten Gebäude von früher.

Diashow im Schwelgern-Café

Besonders interessierte sie die anschließende Diashow im Schwelgern-Café. Sie versetzte die Ausflügler in die Vergangenheit. Vergilbte Schwarzweißbilder aus den 1910er Jahren bis hin zu farbenfrohen Fotografien aus heutiger Zeit nahmen die Zuschauer mit auf eine Zeitreise.

Christa Urban etwa konnte sich dank der Bilder an ihre Stadionbesuche erinnern. Als Kind hat sie Fuß- und Handballer beim Sieg bejubelt. Einer der Höhepunkte für sie war das Fußballspiel im Jahr 1947. Der Oberligist Hamborn 07 kickte gegen Schalke 04. „Hamborn war Hochburg“, prahlte stolz Dieter Ebels, der sogar das Endergebnis kennt. Die Teams gingen nämlich unentschieden auseinander, verriet er augenzwinkernd.

Am Schwelgernstadion hängen viele gemeinsame Erinnerungen, die beim gemütlichen Beisammensitzen im Schwelgerncafé ausgetauscht wurden. Demnächst werden andernorts ähnliche, ebenfalls kostenlose Führungen angeboten.

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