Projekt

Verein baut Häuser für heimatlose Bienchen in Meiderich

Biologe Robin Gottlieb schneidet gemeinsam mit LenaBambus für die Nisthilfen.Foto:Zoltan Leskovar

Biologe Robin Gottlieb schneidet gemeinsam mit LenaBambus für die Nisthilfen.Foto:Zoltan Leskovar

Untermeiderich.  „Stadtkind trifft Wildbiene“: Der Verein Natur-Aktiv baut Nisthilfen mit Kindern und Eltern in der Kindertagesstätte am Nombericher Platz.

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Betriebsamkeit am Freitagmittag im Projekt-Raum der Kindertagesstätte Nombericher Platz: Kinder, Eltern und Mitarbeiter des Duisburger Vereins Natur-Aktiv sägen, bohren, kleben und pinseln. Da werden Bambus-Röhrchen gebündelt und in glänzende Konservendosen gepresst. Willkommen im „Bienen-Hotel“.

„Stadtkind trifft Wildbiene“ heißt das Projekt, das Anja Folgnandt, Gründerin und Vorstand des Vereins für Natur- und Umweltpädagogik seit Februar in drei Duisburger Kindergärten und zwei Schulen durchführen.

Wichtig für ein funktionierendes Ökosystem

Über sieben Monate erfahren die Kinder einmal wöchentlich Wissenswertes über Leben und Bedeutung der Wildbienen, den nächsten wildlebenden Verwandten der zur Honigproduktion kultivierten Honigbienen. Unterstützt wird das Projekt mit 18 600 Euro von der Deutschen-Postcode-Lotterie.

Die allein lebenden Wildbienenarten sind enorm wichtig für ein abwechslungsreiches und gesundes Öko-System. Die Bestände leiden jedoch am Mangel von Wald- und Wiesenblumen, in Monokulturen können sie nicht überleben.

„Darum bauen wir ihnen hier Nisthilfen“, sagt Biologe Robin Gottlieb, der am Freitagmorgen mit den Kita-Kindern ausgerückt war, um Bambus-Stäbchen zu schneiden. Die bilden nämlich die Grundlage für die „Bienen-Hotels“, die Nisthilfen in der Konserve. Dort sollen die Bienen im Frühjahr ihre Eier ablegen. Die Röhrchen werden von den emsigen Tierchen sodann mit Pollen gefüllt, die den heranwachsenden Baby-Bienen als Nahrung dienen.

Auf den Balkon, die Fensterbank oder in den Garten

„Die Nisthilfen kann man auf den Balkon stellen, auf die Fensterbank, natürlich auch in den Garten“, sagt Gottlieb, der gemeinsam mit Eltern und Kindern an zwei Arten von Nisthilfen baut. Für die zweite Variante bohrt er Löcher in einen kleinen Buchen-Baumstumpf: „Das Prinzip bleibt das Gleiche.“

Auf die Frage, wer sich denn ein „Insektenhotel“ in die eigenen vier Wände holen werde, tönt es vielstimmig, „Wiiiir!“ aus der Gruppe. „Wir werden uns auf jeden Fall eines oder gleich mehrere zu Hause in den Garten und auf den Balkon stellen“, sagt eine Mutter.

Zu wenige Grünflächen mit klassischen Wiesenblumen

Dagmar Richter, die stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte mit Familienzentrum, will natürlich auch im Kita-Garten das Öko-System beleben: „Wir stellen uns auch welche in den Garten und hoffen, dass sie bald mit Leben gefüllt sind.“

Grundsätzlich, sagt Biologe Gottlieb, sei eine Belebung der heimischen Natur durch die Nisthilfen zu erwarten: „Helfen würde aber auch, wenn es mehr Flächen mit Wiesenblumen geben würde, denn da fühlen sich die solitär lebenden Bienen und Wespen von Natur aus wohl.“

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