Stadtgeschichte

Große Party zum 90. Geburtstag des Walsumer Heimatvereins

Einen Auftritt in Walsum hatte Kabarettist Wolfgang Trepper. Von Lindner über Macron bis Trump –  genüsslich zog er die Politiker durch den Kakao.

Einen Auftritt in Walsum hatte Kabarettist Wolfgang Trepper. Von Lindner über Macron bis Trump – genüsslich zog er die Politiker durch den Kakao.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Walsum.   Der Walsumer Heimatverein lud zum großen Fest in den „Johanniter“. Seit 90 Jahren kümmern sich die Walsumer bereits um ihren Stadtteil.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zum 90. Geburtstag durfte es gerne von allem etwas mehr sein. So hat auch der Walsumer Heimatverein gedacht und zur großen Party in Opgen-Rhein’s „Zum Johanniter“ nach Alt-Walsum eingeladen.

Dort standen zum Empfang im Festsaal die hohen, silbernen Kerzenleuchter auf den weiß eingedeckten langen Tischen mit der bunten Herbstdekoration. Dass der „Johanniter“ ursprünglich als Vereinshaus der ansässigen Vereine in Walsum in Dienst gewesen war, macht ihn als Feiersaal für den traditionsbewussten Heimatverein besonders geeignet.

Voller Saal zur Geburtstagsfeier

„Herzlich Willkommen zum fünfzigsten Geburtstag unseres Vereins“, sagte der etwas nervöse Vereinsvorsitzende Helmut Schorsch zur Begrüßung. „Ne, Helmut, zum Fünfzigsten warst du noch gar nicht Vorsitzender“, wurde sein kleiner Versprecher aus dem vollen Saal vielstimmig korrigiert. Stimmt. Das wäre nämlich 1978 gewesen und der unbeugsame Schorsch führt den Verein tatsächlich erst seit 1982. Er hat auch festgelegt, wann welcher runde Geburtstag zu feiern ist, und das war nur nach umfangreichem Quellenstudium möglich. Schorsch entnahm dem Hamborner Generalanzeiger gesicherte Daten über den Verkehrs-und Verschönerungsverein, wie der Bürgerverein ab 1928 hieß. Er habe im Archiv auch handschriftliche Festschriften von 1910 und 1912 über den davor existierenden Bürgerverein, aber die könne man leider nicht mehr entziffern, bedauerte der Vorsitzende und zählte viele Vorschläge und Eingaben auf, die der Verein zur Verschönerung Walsums gemacht hatte. „Damals betrug der Jahresbeitrag übrigens zwei Mark“, sagte er schmunzelnd und kündigte den Überraschungsgast an.

Auf die Bühne fegte der Kabarettist Wolfgang Trepper und beschwerte sich über die vielen jungen Politiker von Lindner bis Macron. „Haben sie schon mal drüber nachgedacht, dass wir vielleicht noch alle hier einen Bundeskanzler namens Dustin oder Kevin erleben?“ fragte er schaudernd. Nicht, dass ihm die alten Politiker besser gefielen. „Der amerikanische Präsident ist ein rassistisches, sexistisches A…“, sagte er genüsslich. „Und ich bin verdammt froh, dass ich in einer Demokratie lebe, in der ich das ganz öffentlich sagen darf.“

Wenn Trepper nur die politisch korrekten Gags bringen dürfte, wäre sein Programm auch recht kurz. Inzwischen war er bei „doofen Wintersportarten“ angekommen. „Ich verstehe gar nicht, warum es beim Biathlon zweite Plätze gibt,“ sagte er, „da habe ich doch ein Gewehr bei und kann selber dafür sorgen, dass nur ich wieder aus dem Wald auftauche.“

Erholung mit dem Mandolinenverein

Die Walsumer lachten sich kaputt und hatten nach dem Duisburger Mann fürs Grobe etwas Erholung nötig. Die wurde geboten durch die sanften Klänge des Orchesters vom Dinslakener Mandolinenverein „Harmonie“ von 1931. Die Zupf-Harmoniker spielten die Melodie aus „Der dritte Mann“. Der dritte Mann auf der Bühne war dann Bezirksbürgermeister Georg Salomon. „Bein Feiern nicht kleckern, sondern klotzen“, sagte er, vom schönen Festsaal sichtlich beeindruckt.

Die Mandolinen spielten inzwischen „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens und die sangesfreudigen Walsumer fielen nach und nach alle ein und erteilten auch Hawaii und San Francisco eine touristische Absage. Warum auch so weit reisen, wenn man es sich in Walsum beim niederrheinischen Buffet so gut gehen lassen kann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben