Musikherbst Röttgersbach

Griechische Götter auf dem Olymp in St. Barbara

Die Kostüme haben die insgesamt 23 Darsteller der St. Barbara-Musicaltruppe allesamt selbst geschneidert und gestaltet.

Die Kostüme haben die insgesamt 23 Darsteller der St. Barbara-Musicaltruppe allesamt selbst geschneidert und gestaltet.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Röttgersbach.   Nach einer Pause hat die Röttgersbacher Gemeinde wieder ein Musical einstudiert. 23 Darsteller tanzten und sangen bei der „Herkules“-Premiere.

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Auf dem mächtigen Thron aus Holz sitzt Zeus mit wirrer grauer Mähne und zotteligem Bart. Neben ihm sitzen seine Gattin Hera und Aphrodite, Hermes düst mit einem Tretroller an ihnen vorbei. Der Olymp, das Zuhause der griechischen Götter, ist am vergangenen Wochenende in Röttgersbach. Genauer gesagt: In der Gemeinde St. Barbara. 23 Darsteller, die meisten aus der Gemeinde selbst, sprechen, tanzen und singen das neuinszenierte Musical „Herkules“.

Halbgott im Paket

„Seit Anfang des Jahres haben wir fast jeden Sonntag nach der Messe geprobt“, berichtet Bärbel Finke. Die 57-Jährige hat die Texte für das Musical geschrieben und der Geschichte von Herkules, dem berühmten Halbgott, ein wenig mehr Witz und Moderne verliehen. So bringt Hermes, der Schutzgott der Reisenden und des Verkehres, am Anfang Herkules per Paketdienst – auf einem Tretroller. „Ich hab’ doch gar keine Schuhe bestellt“, wundert sich Hera und kreischt, als ein Baby (aus Plastik) auf den Boden knallt. Das Musical, dass das Ensemble am Samstag und Sonntag vor rund 150 Besuchern präsentierte, ist indes eine Neuauflage: „Vor zwölf Jahren haben wir ,Herkules’ schon ein mal aufgeführt“, erklärt Finke. „Viele der Darsteller von damals sind auch heute wieder mit dabei – wie meine Söhne“, erzählt die Hobby-Intendantin der St. Barbara-Gemeinde.

Gruselige Schminke für den Gott der Unterwelt

Vor zwölf Jahren spielte Simon Finke ein Statisten-Monster, an diesem Wochenende ist er Hades, Gott der Unterwelt. Der 20-Jährige ist im Gesicht gruselig geschminkt, helle, fast weiße Haut und gesprenkelte Dreckflecken sind von Stirn bis Kinn zu sehen. Sein Haar ist stramm nach hinten gegelt und eine Mischung aus Lila und Schwarz. Farblich passend dazu die lackierten Fingernägel. „Normalerweise begleite ich die Messe mit Gitarre, aber heute heißt es für Herkules: Aus die Maus“, sagt Hades. Seine Rolle würde er nicht gegen Herkules’ tauschen und das sieht und hört das Publikum auf der Bühne. Der Totengott lacht gehässig, als er den Herkules-Knirps vergiften möchte und schreit: „Auf dein Kindchenschema falle ich nicht hinein.“ Der Gemeindesaal muss lachen, wie öfter an diesem Samstagabend.

Nicht nur die Mundwinkel trainieren die Besucher bei dem Musical, sondern auch die Hände, die rhythmisch zusammenprallen und den Liedern mehr Energie geben.

Muskelprotz mit weichem Six-Pack

Wie bei dem Solo vom inzwischen erwachsenen Herkules, gespielt von Bärbel Finkes ältesten Sohn, Lukas. „Ich bin zu stark für diese Welt“, singt der junge Mann mit Schaumstoff-Sixpack-Kostüm, Schottenrock und geflochtenem Haar. Es ist eine poppige Melodie, die die Zuschauer fast in Schlager-Stimmung versetzt.

Bevor Herkules die wunderschöne Megara, verkörpert von Katha Ruppert, rettet und sich verliebt schaut er nochmal kurz im Olymp rein und begrüßt recht salopp den mächtigsten Gott in der griechischen Mythologie, Zeus, mit: „Tach Vatter“.

Förderverein bereitet weiter Konzerte vor

Ab November beginnt eine Reihe von Kultur-Angeboten vom Förderverein St. Barbara. Am 26. gibt’s ein Konzert vom Kaliningrader Sinfonieorchester.

Im Dezember gibt’s einen Irish Folk- und Rockabend und die „Don Kosaken“ treten auf. Genaue Termine finden Sie auf der Homepage:
www.rettet-st-barbara.de.

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