Umwelt

Generationen diskutierten in Walsum über den Klimawandel

Walsums stellvertretender Bezirksbürgermeister Franz Tews, Pfarrer Klaus Bajohr-Mau und Dr. Ribhi Yousef vom Umweltamt Duisburg sprachen unter anderem über die „Fridays for Future“-Bewegung.

Walsums stellvertretender Bezirksbürgermeister Franz Tews, Pfarrer Klaus Bajohr-Mau und Dr. Ribhi Yousef vom Umweltamt Duisburg sprachen unter anderem über die „Fridays for Future“-Bewegung.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Vierlinden.  In der Johanneskirche diskutierten Vertreter aus Kirche, Politik und Verwaltung mit Walsumer Schülern über Klimawandel und Umweltschutz.

Nicht erst seit Beginn der „Fridays for Future“-Bewegung stehen die Themen Klimawandel und Umweltschutz bei der evangelischen Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden im Vordergrund. „Die Bewahrung der Schöpfung war immer schon ein zentrales Thema der Kirche“, machte Klaus Bajohr-Mau deutlich. Der Walsumer Pfarrer hatte am Mittwoch zu einer Podiumsdiskussion in die Johanneskirche eingeladen, die sich mit der Frage „Was für eine Welt hinterlasse ich meinen Enkelkindern“ befasste.

Eingeladen hatte er dazu den Walsumer Bezirkspolitiker und stellvertretenden Bürgermeister Franz Tews sowie Ribhi Yousef vom Duisburger Umweltamt. Knapp 30 Interessenten hatten sich am frühen Nachmittag in der Johanneskirche eingefunden, um sich nicht nur die Ausführungen der Referenten anzuhören, sondern auch um selbst Stellung zu beziehen. Die Mischung des Publikums war in dem Zusammenhang schon interessant. Sowohl die älteren Jahrgänge – vorwiegend Besucher, die auch sonst die Angebote der Kirchengemeinde nutzen – wie auch die von den Auswirkungen des Klimawandels künftig betroffene „Enkelgeneration“ zeigten Interesse an dem derzeit alles beherrschenden Thema.

Mitarbeiter des Duisburger Umweltamtes: „’Fridays for Future’ sind wichtig!“

Pfarrer Bajohr-Mau freute sich besonders, die Oberstufenschüler der Walsumer Gesamtschule im Begegnungszentrum begrüßen zu können, die sich rege an der späteren Diskussion beteiligten. Ribhi Yousef, der Mitbegründer der Duisburger Umwelttage, findet die „Fridays for future“-Bewegung wichtig: „Das gibt der Umweltpolitik einen großen Schub, die Kids haben die Politik wachgerüttelt.“

Für ihn steht dabei ein weiterer Aspekt im Vordergrund: „Die Finanzlage ist nun bei notwendigen Maßnahmen nicht mehr allein das bestimmende Argument.“ Für den Umweltfachmann ist ein Umdenken auf vielen Gebieten unabdingbar: „Wir leben im Überfluss, unser ‘ökologischer Fußabdruck’ ist gewaltig.“

Der parteilose Franz Tews – bis 2014 war Tews bei den Grünen – wies auf Versäumnisse der Stadt in Sachen Umweltschutz hin: „Durch den Wegfall der Baumschutzsatzung kam es in vielen Privatgärten zu einem Kahlschlag, das kann so schnell mit Neupflanzungen gar nicht ausgeglichen werden.“

Klare Meinung bezogen auch die Oberstufen-Schüler der Walsumer Gesamtschule. Lukas (18): „Die Probleme bestehen, weil bisher weltweit Profit-Interessen im Vordergrund standen. Wir müssen jetzt umsteuern, die Alten haben das versäumt.“ Er ergänzte: „Die Flüchtlingsproblematik haben alle wahrgenommen, Umwelt und Klimawandel finden aber immer noch nicht die gleiche Beachtung.“

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Für seinen Mitschüler Tim wird immer noch zu wenig deutlich, was der Klimawandel eigentlich für die Menschheit bedeutet: „Was da auf uns zukommt, muss viel klarer dargestellt werden, wir brauchen da so eine Art Crash-Kurs.“

Die 18-jährige Merve berichtete von gelungenen Beispielen, wie man jetzt schon als Einzelner reagieren kann: „Es gibt Eltern, die Fahrgemeinschaften gebildet haben, um mehrere Kinder in einem Auto zur Schule oder zur Kita zu bringen. Das ist ein kleiner Schritt, der gut funktioniert.“

Kenneth (19) merkte an, dass man bereits in der Grundschule sich verstärkt mit Umweltthemen befassen müsse. Und das US-Präsident Trump sich im Rahmen des Umwelt-Gipfels über Greta Thunberg lustig gemacht hat, kam nicht nur bei Kenneth überhaupt nicht gut an.

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