Integration

Gemeinsam kochen und Kontakte knüpfen im Jugendzentrum

Einrichtungsleiter Holger Venghaus und die Jugendliche Anke, Yeliz und Merve.

Einrichtungsleiter Holger Venghaus und die Jugendliche Anke, Yeliz und Merve.

Foto: Daniel Elke

Obermarxloh.   Im Jugendzentrum Zitrone haben Jugendliche und Flüchtlinge gemeinsam gekocht. Das Projekt findet eine Fortsetzung.

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An einem Tisch werden Kartoffeln geschält, an einem anderen die Tomaten und Gurken kleingeschnitten – in der Küche des Jugendzentrums Zitrone in Obermarxloh drapieren Kassem Aldiab und Sayed Naafa Mohammad alles zu einem schmackhaften Auflauf. „Lahme bel Sunie“ (in Deutsch ungefähr: Fleisch im Tablett) heißt das syrische Gericht, welches die beiden jungen Männer für die Auftaktveranstaltung von „Über den Tellerrand“ vorgeschlagen haben.

Flüchtlinge kaufen selbst ein

Rund 30 Menschen waren am Montagabend zum gemeinsamen Kochen und Essen in das Jugendzentrum gekommen. Die eine Hälfte kam vom Netzwerk Newcomer aus Duisburg und die andere Hälfte waren Flüchtlinge – unter anderem aus der Siedlung Dichterviertel. So sollten neue Kontakte zwischen „Locals“ und „Newcomern“ entstehen, wie es beim Netzwerk heißt.

Denn die Menschen kannten sich vorher nicht. „Kochen macht uns allen Spaß und man kommt leicht ins Gespräch“, sagt Stefan Ringling, Netzwerk-Sprecher und Mitinitiator der Aktion „Über den Tellerrand“ in Duisburg. „Das Schubladendenken ist ganz schnell weg und auch die Sprachbarriere wird beim gemeinsamen Kochen schnell gelöst, oft mit einem gemeinsamen Lachen“, sagt Samet Yetik, ebenfalls einer der Mitinitiatoren.

Verständigungschwierigkeiten schnell beseitigt

Ein Blick in die Betriebsamkeit im Jugendzentrum bestätigte ihre Ansicht. Die Menschen aus mehr als sieben Nationen hatten zwar ab und zu kurze Verständigungsschwierigkeiten, aber immer gab es jemanden, der schnell als Dolmetscher einspringen konnte. Die Stimmung jedenfalls war bestens.

Jeder hatte etwas zu tun und am Ende konnten alle das Ergebnis genießen. „Wir versuchen die Newcomer bewusst zu Akteuren zu machen, damit sie selbst aktive Teilnehmer der Gesellschaft werden können, statt nur passiv dabei zu sein“, sagte Ringling.

So hätten die Flüchtlinge bereits selbst die Zutaten für den Kochabend eingekauft.

Die beiden Küchenchefs Aldiab und Naafa Mohammad hatten außerdem noch einen Kuchen und Milchreis vorbereitet.

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