Mitmenschen

Für Duisburger Eheleute begann das Eheglück auf der Kirmes

Hannelore und Manfred Sonst sind heute 60 Jahre verheiratet.

Hannelore und Manfred Sonst sind heute 60 Jahre verheiratet.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Laar.   Die Duisburger Hannelore und Manfred Sonst haben vor 60 Jahren geheiratet. Kennengelernt haben sich die heutigen Laarer beim Rummel in Ruhrort.

„Willst Du mal beißen?“ – das waren die ersten Worte, mit denen Manfred Sonst Kontakt zu seiner Hannelore aufnahm. Dass dem Satz 60 glückliche Ehejahre folgen sollten, ahnte der 18-Jährige an jenem Apriltag 1956 nicht. Die Einladung zum Biss in die Kokosnuss hatte Manfred spontan auf der Hafenkirmes in Ruhrort ausgesprochen, als er Hannelore durch Zufall dort traf. Am heutigen 14. Mai feiern sie Diamantene Hochzeit.

Den jungen Mann zog es zunächst aufs Schiff

Dass es überhaupt zu der unverhofften Begegnung kam, hat das Ehepaar Sonst ausgerechnet einem Schiffsführer zu verdanken, der seinen Kahn in Amsterdam vor einen Brückenpfeiler setzte. Das Schiff war so schwer beschädigt, dass es zur Reparatur in eine Ruhrorter Werft gebracht werden musste. An Bord arbeitete Manfred Sonst als Bootsmann. Es war wohl das Schicksal, dass das Missgeschick eines Schiffsführers den jungen Mann aus dem baden-württembergischen Zuzenhausen mit der gebürtigen Hambornerin zusammenbrachte.

Bewegtes Berufsleben führt am Ende nach Walsum

Während sich Manfred Sonst bei seiner Hannelore sofort sicher ziemlich war, dass sie die Frau seines Lebens sein sollte, hatte er sich bei der Berufswahl experimentierfreudiger gezeigt. „Ich habe eine Baufirma in meinem Dorf ausprobiert, aber ich wollte zur Binnenschifffahrt“, erinnert sich der heute 81-Jährige. Doch als Bootsmann musste Sonst die bittere Erfahrung machen, dass er auf dem Schiff nicht allzu viel verdienen konnte. Er schulte um und wurde Hochofenfacharbeiter beim Duisburger Stahlunternehmen Phoenix. Bis er feststellte, dass seine Leidenschaft doch eher dem Fußbodenlegen galt. Manfred Sonst machte seinen Gesellen- und Meisterbrief und arbeitete bis zum Eintritt in die Rente als Bauleiter bei der Walsumer Firma Buschmann.

Ehefrau Hannelore kümmerte sich um die Familie

Das Berufsleben seiner Frau verlief dagegen in ruhigeren Bahnen. Nach der Rückkehr aus der Kinderlandverschickung beendete Hannelore Sonst in Laar ihre unterbrochene Ausbildung an der Volksschule. Sie arbeitete fortan als Haushaltshilfe, Raumpflegerin und in einer Wäscherei, bevor sie sich ganz auf die Erziehung ihrer beiden Söhne Jörg (heute 55) und Ralf (54) konzentrierte.

Seit 54 Jahren ist Laar die Heimat der Eheleute Sonst

Inzwischen lebt das Diamantene Paar seit 54 Jahren in seiner Laarer Wohnung. „Wir haben jetzt schon mit der fünften Generation unseres Hauseigentümers zu tun“, lacht Hannelore Sonst (83). Obwohl beide dort nicht geboren wurden, ist der Stadtteil am Rhein ihre Heimat geworden. Manfred Sonst, der sich seit 1977 ununterbrochen im SPD-Ortsverein engagiert, zeigt sich erleichtert, dass nach dem Abriss des Bunkers die Stadtentwicklung in der Laarer Mitte voran gehe.

Privat schlagen die Herzen des Ehepaares fürs Reisen

Ganz privat schlagen die Herzen des Ehepaares aber fürs Reisen: Seit mehr als 25 Jahren fahren sie nach Kärnten und seit fast 40 Jahren sind die Sonsts in den warmen Monaten auf ihrem Campingplatz in Neukirchen-Vluyn anzutreffen. Zu ihrer Diamantenen Hochzeit wünschen sich die beiden nichts sehnlicher als Gesundheit, um noch viele Jahre an ihrem Hobby Spaß haben zu können.

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