Meiderich

Fotokunst: Lebensspuren

Foto: WAZ FotoPool

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Nach acht Jahren kehrt die Fotografin Hanne Horn mit einer Ausstellung zurück in die Kulturwerkstatt Meiderich. Ihre Bilder sind seitdem weicher und ruhiger geworden, wie Dolf Wagener, Vorsitzender des Vereins, bei seiner Eröffnungsrede anmerkte.

2002 waren es Akt-Fotografien, die Hanne Horn präsentierte. Heftige Bilder von kranken und alten Menschen, die kontroverse Diskussionen in dem Hinterhofatelier an der Bahnhofstraße auslösten.

Heute sind es keine Akt-Motive mehr, sondern Portraits. Unverändert geblieben ist aber die Liebe der Künstlerin zur analogen Schwarz-Weiß-Fotografie. „Schwarz-Weiß-Fotografie reduziert die Bilder auf das Wesentliche”, erklärt Hanne Horn. Es sind die Gesichter, die das Essentielle der Werke ausmachen. Und es sind Gesichter von kernigen und authentischen Menschen, die ungeschönt in Szene gesetzt wurden.

Nicht zuletzt liegt der besondere Charme der Motive nicht in der gekonnt technischen Umsetzung. Vielmehr ist es das Talent von Hanne Horn, ein Stück der Persönlichkeit ihrer Modelle abzubilden. „Ich nehme eine Beziehung zu den Leuten auf, die ich fotografiere”, sagt die Düsseldorfer Künstlerin.

Durch Zufall lernte sie einen jungen Punker kennen, den sie kurzerhand fragte, ob er sich für sie mal stylen könnte. „Dann kam er vorbei und ich habe ihn fotografiert.” Später schaute der junge Mann nochmals mit seinen Eltern in dem Atelier der Düsseldorferin vorbei. Als er sein Bild an der Wand sah, sagte er zu seinem Vater: „Papa, kauf mich!” Und genau das tat er auch.

Letztendlich ist die Fotografie aber nur ein Teil der künstlerischen Arbeit von Hanne Horn. Die Bilder trägt sie mit hauchdünnem Fotopapier auf rissige und alte Bretter auf. Es sind die Lebensspuren der Abgebildeten, die sie mit den Furchen im Holz zum Ausdruck bringen will. Aber auch Stühle, Tische, Europaletten und Leinwände dienen als Medium für ihre Fotokunst. Vor zehn Jahren hat Horn zudem angefangen, ihren Kunstwerken ein wenig Farbe wiederzugeben. Tapetenmuster, Zeichnungen, Farben, Zeitungsausschnitte setzen Akzente. Die Ausstellung ist bis zum 9. März in den Räumen der Kulturwerkstatt Meiderich, Bahnhofstraße 157, zu besichtigen.

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