Bürgerspaziergang

Duisburgs Oberbürgermeister Link geht mit Bürgern auf Tour

Bürgerspaziergang mit Besichtigung der Druckerei Thyssenkrupp.

Bürgerspaziergang mit Besichtigung der Druckerei Thyssenkrupp.

Foto: Herbert Höltgen

Duisburg-Laar.   Die Stadt wollte vor geraumer Zeit wissen, was den Duisburgern gefällt und was sie bemängeln. Jetzt wird vor Ort nachgeschaut

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein strammes Programm hat sich Ute Schramke vom strategischen Marketing der Stadt als Initiatorin der Bürgerspaziergänge „On tour - zwischen Rhein und Ruhr“ für ihren Gang durch Laar vorgenommen. Das Leben in einer Stahlstadt kann man in dem Stadtteil, der komplett von Industrieflächen umschlossen ist, besonders deutlich erleben. 80 Bürger hatten sich angemeldet, um mitzugehen, darunter ebenso viele Laarer wie Auswärtige, die schnell miteinander ins Gespräch kamen.

Am Ausgangspunkt der Wanderung, dem 80 Jahre alten Gebäude der Druckerei von Thyssenkrupp, bestaunten die Gäste in der Digitalisierungsabteilung Scanner mit einem Einzug von 210 Blatt pro Minute. Dort arbeiten Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können. In der Druckerei durchwanderten alle das Papierlager und sahen die riesigen Drucktürme für den Vierfarbendruck in Aktion.

Rockhaus bietet Proberäume für etwa 100 Bands

Über das Werksgelände ging es dann an laut produzierenden und auch an still rostenden Werksteilen vorbei in die ehemalige Ausbildungswerkstatt. Dort lernen heute Studenten aus aller Welt im Uniinstitut für die „Technologien der Metalle“ alles über Stahl. Nach einem Gespräch mit einem der Professoren, der eine Lanze für Stahl als wiederverwertbaren Stoff der Zukunft brach, ging es tiefer in die Vergangenheit.

Die Bauten der alten Zeche Westende, die den Stadtteil nach Untermeiderich abgrenzen, bieten heute im sogenannten Rockhaus Proberäume für etwa 100 Bands von Klassik bis Heavy Metal und könnten damit der größte Komplex dieser Art in NRW sein. Dem staunenden Oberbürgermeister war die Anlage, die keinen großen Wert auf Publicity legt, bis dato völlig unbekannt. Im Probenraum von Dr. Hilal Yahya, Oberarzt für Neurologie am Klinikum Nord, und seinem Kollegen Maik Fröhlich gab es etwas frischen Rock auf die Ohren. Die rockenden Ärzte hätten auch ein Bier kalt gehabt, aber so viel Zeit hatten die Wanderbürger zum Bedauern einzelner Mitgänger nicht.

Hübsch maskierte, aber leere Einzelhandelsgeschäfte

Auf sie wartete nach einem Gang durch die verfallende Hauptstraße mit ihren hübsch maskierten, aber leeren Einzelhandelsgeschäften ein echter Mettwurstmoment. In Duisburgs ältester Metzgerei Hirtz ließen sich die Wanderer vom Inhaber, der den Familienbetrieb in fünfter Generation führt, mit Wursthäppchen verwöhnen und kauften anschließend noch reichlich ein.

Über den Marktplatz, der auf die Vollendung des Bunkerabrisses wartet, ging es durch die hübsche Beukenberg-Siedlung, die einst für die Angestellten der Phönix-Hütte entstand. Den Auswärtigen fiel die Ruhe im Stadtteil auf und der teils krasse Wechsel zwischen gepflegten und ungepflegten Ecken.

Sonnenuntergang am Deich zum Abschluss der Tour

Am Rheindeich gab es dann einen wunderschönen Sonnenuntergang, der wie gemacht war für ein Selfie mit dem Oberbürgermeister. Martina Löcker, die seit vier Jahren auf einem Boot im Eisenbahnhafen lebt und in Laar ein Altenheim leitet, war besonders vom Industrieteil des Spaziergangs angetan. „Da kommt man ja sonst nie hin, das war sehr spannend für mich.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben