Wohnen

Duisburgerin ärgert sich über unangekündigte Baustelle

Hilde Alexander vor ihrer Haustür in Röttgersbach. Sie befürchtet schlimmen Gestank. Die LEG baut dort gerade einenMülltonnenstellplatz. Er soll voraussichtlich bis zum Monatsende fertig werden.

Foto: Udo Milbret

Hilde Alexander vor ihrer Haustür in Röttgersbach. Sie befürchtet schlimmen Gestank. Die LEG baut dort gerade einenMülltonnenstellplatz. Er soll voraussichtlich bis zum Monatsende fertig werden. Foto: Udo Milbret

Duisburg-Röttgersbach.   Hilde Alexander wohnt in einer LEG-Siedlung in Röttgersbach. Vor der Haustür entsteht ein Mülltonnenstellplatz. Sie befürchtet schlimmen Gestank.

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Als sie blaue Markierungen auf der Wiese vor ihrer Haustür sieht, wundert sich Hilde Alexander zunächst. Dann kamen die Bagger. Seitdem ist vor dem Mehrfamilienhaus (Am Kreyenbergshof 16) eine Baustelle, und der 80-jährigen Röttgersbacherin graust es beim Gedanken daran, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sein könnten. Denn das Wohnungsunternehmen LEG baut dort einen Mülltonnenstellplatz.

„Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht die Polizei gerufen habe, als ich die Bagger gesehen habe“, sagt die Seniorin. Dreist findet sie, dass die LEG heimlich die Bauarbeiter geschickt habe. Die Mieter seien vorher nicht informiert worden. Kein Aushang, kein Anschreiben, nichts. „Wenn wir das vorher gewusst hätten, dann hätten wir uns ja auch dagegen gewehrt.“ Dass nämlich acht oder neun Mülltonnen vors Haus kommen, wie die Bauarbeiter auf Alexanders Nachfrage berichtet hätten, würde von den Nachbarn eigentlich niemand wollen. Zuvor hätten die Mülltonnen der LEG-Häuser in der Straße in kleinen Gruppen neben den Gebäuden gestanden.

„Das ist doch ein richtiger Schildbürgerstreich“

Jetzt blickt Hilde Alexander täglich von ihrem Küchenfenster im zweiten Obergeschoss auf den Platz, wo später die Mülltonnen stehen sollen. Sie befürchtet nun, dass demnächst grässlicher Müllgestank zu ihr hochzieht und dass vor der Haustür zudem Müll abgelegt werde, wenn kein Platz mehr in den Tonnen sein sollte.

„Das wird wie eine Mülldeponie“, sagt Tochter Renate Alexander, „das ist doch ein richtiger Schildbürgerstreich.“ Das sieht ihre Mutter ebenso, weiß aber, dass bereits Fakten geschaffen wurden. „Ich kann gegen die Mülltonnen unterm Fenster nichts mehr machen. Die LEG weiß gar nicht, was sie ihren Mietern damit antut.“ Dass längst nicht alle sich bereits bei der LEG beschwert haben, liege daran, dass jetzt gerade junge Familien im Urlaub seien und noch nichts von der Baustelle wissen. „Und einige ältere haben Angst um ihren Mietvertrag.“

Auch Hilde Alexander will nach 49 Jahren nicht umziehen, zumal das Grab ihres Ehemannes nicht weit entfernt ist. Aber sie möchte, dass die LEG merkt, dass sich das Unternehmen nicht alles erlauben könne. „Ich will andere Mieter wecken und ihnen zeigen, dass man sich wehren kann. Auch wenn es für uns jetzt schon zu spät ist.“

Das Unternehmen plant weitere Baustellen

Tatsächlich sind zwei weitere solcher großen Tonnenstellplätze geplant, teilt eine LEG-Sprecherin auf Anfrage mit. Je einer für die Abschnitte Am Kreyenbergshof 6 bis 20, 28 bis 34, und ein dritter vor dem Gebäude Hüskenbusch 2.

„Wir entschuldigen uns dafür, dass wir unsere Mieter nicht im Vorfeld informiert haben“, so die Sprecherin. Es handle sich bei diesem Versäumnis um ein Versehen. Die Bauarbeiten dienten jedoch dazu, das Wohnumfeld zu verschönern. Zuvor habe es etwa doppelt so viele Standorte für die Tonnen gegeben, „sie standen ungeschützt und völlig sichtbar in der Siedlung herum“. Das solle sich jetzt durch die größeren Stellplätze ändern. Zudem würden diese eingezäunt.

Die LEG entschuldigt sich bei ihren Mietern

Dass Hilde Alexander oder andere Mieter künftig durch Müllgestank belästigt werden, glaubt die LEG-Sprecherin nicht: „Normalerweise sind die Mülltonnen ja geschlossen.“ Ohnehin hätten inzwischen auch weitere LEG-Siedlungen solche großen Stellplätze direkt vor den Haustüren, damit die Tonnen besser erreicht werden können. „Aus anderen Wohnquartieren haben wir noch keine Beschwerde bekommen.“

Anfang nächster Woche will das Wohnungsunternehmen in Röttgersbach aber alle betroffenen Mieter per Aushang über die Baumaßnahmen informieren. Außerdem soll ein Mitarbeiter schnellstmöglich das Gespräch mit Hilde Alexander und ihrer Tochter Renate suchen, um ihre Bedenken auszuräumen.

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