Problembäume

Duisburger verärgert über Baumfällaktion für einen Parkplatz

Fällarbeiten im Hinterland der Bremenstraße in Alt-Hamborn: Die Firma Grillo hat das Areal gekauft und legt dort einen Parkplatz an. Grund: Auf dem Werksgelände fallen zirka 80 Parkplätze weg, weil auf der Fläche künftig Liefer-Lkw parken sollen, die ansonsten auf der Buschstraße stehen und den Verkehr behindern würden.

Fällarbeiten im Hinterland der Bremenstraße in Alt-Hamborn: Die Firma Grillo hat das Areal gekauft und legt dort einen Parkplatz an. Grund: Auf dem Werksgelände fallen zirka 80 Parkplätze weg, weil auf der Fläche künftig Liefer-Lkw parken sollen, die ansonsten auf der Buschstraße stehen und den Verkehr behindern würden.

Foto: Gregor Herberhold

Duisburg-Alt-Hamborn/Neumühl.   In Alt-Hamborn lässt Grillo eine Grünfläche roden, damit dort Autos parken können. In Neumühl krachen regelmäßig Platanenäste aufs Pflaster.

Die einen ärgern sich, dass Bäume vor ihrer Haustür und im Umfeld Äste abwerfen und nicht gefällt oder zumindest kräftig gestutzt werden. Die anderen sehen Rot, wenn sie jemanden entdecken, der die Kettensäge anwirft, um alte Riesen zu fällen oder kräftig zu beschneiden. In diesem Fall wohnt ein Kappungsbefürworter in Neumühl, ein Fällgegner in Alt-Hamborn.

An der Prinz-Regent-Straße und in deren Umfeld, insbesondere in der Nähe der Schule am Bergmannsplatz sind vor wenigen Tagen durch das windige Wetter zahlreiche Äste aus den alten Platanen gebrochen und auf die Gehwege und Straßen gekracht. Wo sie übrigens bis heute liegen.

Wirtschaftsbetriebe entfernen Grün nur bei Gefahr

Ein Anwohner klagt darüber, dass die alten Bäume nicht mehr sicher sind. „Muss erst was passieren?“, sagt er entrüstet. Was ihn besonders fuchst: Dass die Stadt nicht einmal dafür sorge, dass der Schulweg sicher sei.

Silke Kersken, Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, die für die Baumkontrollen und Schneidearbeiten zuständig sind, sagt auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Kontrolleure ihre Arbeit sehr genau nähmen. Jeder Baum werde zweimal im Jahr gecheckt. Einmal im belaubten, einmal im kahlen Zustand. Bei erkennbaren Problemen werde man tätig. Grundsätzlich gelte aber: „Wir entfernen kein Grün, solange keine Gefahr davon ausgeht.“

Alte Platanen verursachen laut Anwohnern „viel Dreck“

Allerdings räumt sie ein, dass Platanen nicht gerade zu den unproblematischsten Bäumen zählen. Bekanntlich werfen sie viel Rinde ab, von den Samenkugeln mal ganz zu schweigen. Hinzu kommt, dass immer wieder kleinere Äste und Zweige abbrechen. Folge: Viele Menschen, die eine Platane vor der Nase haben, schimpfen über „den Dreck“, den die Bäume produzieren und über die immer wieder verstopften Dachrinnen, durch Wurzeln beschädigte Abwasserrohre und das allergieauslösende „Juckpulver“, sprich den Samen. Der Neumühler – der Name ist der Redaktion bekannt – streitet ab, dass die Wirtschaftsbetriebe ihren Kontrolljob ordentlich erledigen. „Kommen Sie vorbei und schauen sich an, was in meinem Umfeld seit langem an toten Ästen in den Kronen hängt“, sagte er am Donnerstag.

Parkplatz für Grillo an der Bremenstraße geplant

An der Bremenstraße, angrenzend ans Grillo-Gelände, wird derzeit eine Grünfläche gerodet. Dort entstehen Parkplätze für das Unternehmen. Die werden benötigt, weil Grillo auf dem eingezäunten Werksgelände Stellflächen für die Liefer-Lastwagen einrichtet. Die Brummis verstopfen bekanntlich oft die Buschstraße, was nicht nur lästig, sondern gefährlich sei. Die Stadt Duisburg stellt klar: Die Fällarbeiten bei Grillo seien in Ordnung. Was ein Nachbar allerdings nicht findet. Denn: Er schaut künftig auf rollende Blechkisten statt ins Grüne.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben