Schulprojekt

Duisburger Schüler werden zu kleinen Stars in der Manege

In Alt-Walsum fand die Abschluss-Vorstellung des Zirkus-Projekt der Theißmannschule statt.

In Alt-Walsum fand die Abschluss-Vorstellung des Zirkus-Projekt der Theißmannschule statt.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Alt-Walsum.   Eine Woche haben die Kinder der Grundschule an der Theißelmannstraße mit Profis Tricks einstudiert – und begeisterten an zwei Tagen 700 Gäste.

Und dann stockt allen im Zirkuszelt der Atem. Das wollen die Kids doch nicht im Ernst machen!? Doch. Einer nach dem anderen legen sie sich mit blankem Oberkörper – die Mädchen mit einem dünnen T-Shirt bekleidet – auf ein Nagelbrett. Eltern und Freunden halten kurz inne, beginnen dann aber zu jubeln. Überhaupt ebbt der Applaus während dieser Zirkusvorstellung der Schüler der Grundschule an der Theißelmannstraße kaum ab.

Profis bringen Kindern eine Woche lang die Tricks bei

Eine Woche haben die Kinder mit Profis Tricks einstudiert – und die begeistern die Gäste vollends. Die erwachsenen Artisten des Zirkus Sperlich sind bei der Vorführung kaum wahrzunehmen. Ganz in schwarz gekleidet geben sie hier und da Hilfestellung, doch sie halten sich so zurück, dass die Manege ganz den stolzen Schülern gehört.

Sie zeigen voller Begeisterung die Choreographien, Tricks und Gags, die sie einstudiert haben. Schüler von der 1. bis zur 4. Klasse balancieren, führen Hebefiguren vor und bringen die Gäste – darunter vornehmlich Eltern, Großeltern und Geschwister – das ein ums andere Mal zum Lachen. Es gibt keinen Schüler, der nicht im Scheinwerferlicht steht und für seine Darbietung tosenden Beifall der begeisterten Zuschauer erhält.

Jedes Kind wird während der Schulzeit einmal zum Artisten

Alle vier Jahre kommt der Zirkus an die Schule, so dass jedes Kind während seiner Grundschulzeit einmal die Chance hat, in der Manege aufzutreten. ,,Für die Kinder ist das eine enorme Erfahrung. Sie können sich im Rampenlicht beweisen, erhalten jede Menge Applaus. Für das Selbstbewusstsein der Jungen und Mädchen ist das eine tolle Sache”, freut sich Schulleiterin Bärbel Steuwer. ,,Das Besondere ist, dass sie von echten Artisten unterrichtet werden, authentische Künstler, die seit mehreren Generationen selbst in der Manege stehen”, erklärt sie. ,,Sie haben einfach einen Blick dafür, welches Kind was am besten kann. Einer kann eben besser balancieren, während der nächste einen flotten Spruch als Clown besser rüberbringt”, sagt sie.

An der Theißelmannschule haben sich ganz offensichtlich gleich mehrere Kids für die Rolle als Clown qualifiziert. Eine ganze Truppe bunt angezogener und auffällig geschminkter Spaßmacher steht da auf der Bühne. Sie hüpfen und singen in einer Ecke der Manege. „Party, Party, Party”, rufen sie ausgelassen.

Karten für die Vorstellungen waren rasch vergriffen

Dann kommt eine der Artistinnen auf die Bühne. ,,Jetzt ist keine Zeit für Party, hört auf, da so zu tanzen”, sagt sie und verschwindet wieder. Die Kinder-Clowns schauen sich verdutzt an. Dann gehen sie von der einen Seite der Manege in die andere. ,,Sie hat uns das Tanzen hier nicht verboten”, ruft einer der Clowns. Lachen. Jubel. Applaus.

An zwei Tagen zeigen die Kinder ihr Können, beide Male ist das Zelt ganz voll. ,,Es passen 350 Menschen ins Zirkuszelt. Die Karten waren rasch vergriffen”, sagt Steuwer. Kein Elternteil, keine Oma oder Opa, so scheint es, will die große Vorführung verpassen.

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