„InnoTruck“

Duisburger Gesamtschüler forschen mit modernster Technologie

Ein Roboter mit präzisen Greifarmen setzt im „InnoTruck“ auf Kommando der Schüler Armbanduhren zusammen.

Ein Roboter mit präzisen Greifarmen setzt im „InnoTruck“ auf Kommando der Schüler Armbanduhren zusammen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Beeck.  Im „InnoTruck“ forschen Schüler der Theodor-König-Gesamtschule zwei Tage lang an Geräten, von denen Lehrer sonst nur träumen können.

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Staunend steht eine Gruppe Schülerinnen vor dem Roboter, der auf ihre Befehle hin eine Armbanduhr zusammensetzt. „Mein neuer Freund“, scherzt eine von ihnen. Ihr Versuch, der Maschine die Hand zu geben, scheitert. „Darauf wurde er nicht programmiert“, erklärt Torben Schindler, Wissenschaftler und Projektbegleiter im „InnoTruck“. Der InnoTruck, ein zweistöckiger, bis unters Dach mit modernster Technik vollgestopfter Lkw, steht am Montag und Dienstag an der Theodor-König-Gesamtschule in Beeck. Zwei Tage lang können sich die Schüler darin mit innovativen Technologien und Forschungsmethoden bekannt machen.

Hochwertige Geräte: Lehrer geraten ins Schwärmen

InnoTruck ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Seit 2017 tourt das Fahrzeug durch die Republik, macht pro Jahr an etwa 70 bis 80 Schulen Station. Ihn nach Duisburg zu holen, dauerte ein ganzes Jahr – so lange stand die Schule auf der Warteliste. Jetzt endlich können die Lehrer mit Geräten unterrichten, von denen sie sonst nur träumen – wenn auch für begrenzte Zeit. „Da geht mir als Chemie-Lehrerin das Herz auf“, freut sich Cordula Hiller-Kitzmann, die auch Projektleiterin für die Oberstufe der Gesamtschule ist. Von ihr und den anderen Chemielehrern ging die Initiative aus, sich um den InnoTruck zu bemühen.

Die Schüler können den Truck auf zweierlei Weise erleben. Während der „Offenen Türe“ darf jeder Schüler hinein, um die interaktive Ausstellung darin zu erkunden. Deren Höhepunkte sind, neben dem Roboter mit seinen präzisen Greifarmen, eine Spritze ohne Nadel, ein multifunktionaler Feuerwehrhelm und ein Ohrimplantat für Menschen, die ihr Gehör verloren haben. Letzteres ist ein brandaktuelles Forschungsprojekt. „Es wurde bislang nur an Mäusen getestet“, erklärt Schindler, „als nächstes sind Affen dran.“ Über jedem Exponat ist ein interaktiver Bildschirm angebracht, mit dem sich die Schüler multimedial über Funktionsweisen und Zusammenhänge informieren können.

„InnoTruck“ soll Einstieg in die MINT-Fächer erleichtern

Außerhalb der „Offenen Türe“ findet im InnoTruck Unterricht statt – mal im Klassenverband, mal in eigens zusammengestellten Gruppen, die sich an den Interessen der Schüler orientieren. Während der Workshops und der Berufsbildungscoachings tritt die Ausstellung in der Hintergrund, vielmehr experimentieren die Nachwuchsforscher zu ausgewählten Fragestellungen.

Als Projektbegleiter muss sich Schindler auch mit den von Bundesland zu Bundesland verschiedenen Sicherheitsbestimmungen für den Schulunterricht auseinandersetzen. „Wir arbeiten hier drin mit Natriumhydroxid“, nennt er als Beispiel. „Dessen Herstellung im Unterricht ist in manchen Ländern verboten. Also bereiten wir die Substanz immer schon vor, ohne Beteiligung der Schüler.“

Schindler hofft, mit dem Truck auch die Duisburger Schüler für die so genannten MINT-Fächer, also mathematische, technische und naturwissenschaftliche Fächer begeistern zu können: „Der Einstieg fällt traditionell schwerer, weil er später erfolgt als in eher textlastige Fächer – Lesen und Schreiben lernen wir in sehr jungen Jahren, Physik und Chemie meistens erst in der Pubertät.“

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