Abfall

Duisburg: Wilde Müllkippen ärgern Marxloher Geschäftsmann

Achtlos werfen Menschen in der Franz-Julius-Straße ihren Abfall und ihren Sperrmüll vor die Haustür. Nach Aufräumaktionen der Stadt Duisburg bleibt es teils nur wenige Stunden sauber.

Achtlos werfen Menschen in der Franz-Julius-Straße ihren Abfall und ihren Sperrmüll vor die Haustür. Nach Aufräumaktionen der Stadt Duisburg bleibt es teils nur wenige Stunden sauber.

Foto: Heinz-Josef May

Duisburg-Marxloh.  Heinz-Josef May ärgert sich über den Abfall in Duisburg-Marxloh, wo er ein kleines Unternehmen führt und wohnt. Er fordert nun Videoüberwachung.

Mit dem ständigen Müll vor seiner Tür will sich der Marxloher Geschäftsmann Heinz-Josef May nicht abfinden. Seit 24 Jahren betreiben er und seine Ehefrau ein kleines Unternehmen an der Franz-Julius-Straße 14, den IT-Dienstleister HJM Computerservice. „Schon seit Jahren kämpfen wir mit der Müllproblematik“, sagt May, der in dem Altbau nicht nur seine Firma hat, sondern dort auch wohnt. Außerdem vermietet er das Nachbargebäude. „Gegen den Müll kommen wir nicht an“, sagt er und fordert daher jetzt von der Stadt Duisburg neue Maßnahmen.

Indes ist den städtischen Wirtschaftsbetrieben die Situation dort bekannt, und sie haben längst den erhöhten Reinigungsbedarf erkannt. Dementsprechend wird die Fahrbahn dort mindestens dreimal und die Bürgersteige fünfmal pro Woche gesäubert – vergebens.

Viel Müll an eingezäunter Baustelle

Aktuell werde der Abfall – zumeist Hausmüll, alte Möbel oder Essensreste – sogar zweimal täglich entfernt, freut sich May. Dennoch türmt sich innerhalb weniger Stunden wieder der Unrat. „Der Müll nimmt hier kontinuierlich zu“, schildert May. Eine Ursache sei die ruhende Baustelle gegenüber. „Sie ist seit drei Jahren eingezäunt und dient als Müllablageplatz.“

Doch auch diesem Schandfleck hat sich die Stadt schon angenommen. Anfang Februar unternahmen die Wirtschaftsbetriebe eine große Reinigungsaktion, berichtet der Geschäftsmann, bei der sie die gesamte Straße gereinigt und den Müll abgefahren haben. Sogar das Ordnungsamt war dabei und wollte die Verantwortlichen ausfindig machen. Diese Maßnahme hatte allerdings auch keinen nachhaltigen Effekt.

Videoüberwachung gegen Müllsünder gefordert

Allein auf die Stadt verlassen, dass die Franz-Julius-Straße sauber wird und bleibt, möchte sich Heinz-Josef May nicht, daher packt er selbst regelmäßig mit an. „Die Straße ist aber die schlimmste hier“, sagt seine Frau Marlis May. „Wir empfinden die Situation langsam als untragbar und erwarten, dass sich die Stadt Maßnahmen überlegt, um diese Zustände zu verbessern“, ergänzt der Firmenchef und meint damit etwa „eine Videoüberwachung der extremsten Stellen“. Er selbst darf keine Kameras aufstellen, wie ihn sein Rechtsanwalt aufklärte.

Eine weitere Maßnahme, die dem Paar vorschwebt, ist ein mehrsprachiges Schild, dass überhaupt erst einmal darüber aufklärt, dass man eben nicht seine Lebensmittelreste und seinen Rest- oder Sperrmüll einfach vor der Haustür abstellen kann. Denn Heinz-Josef May weiß: „Vieles beruht auf Nichtwissen. Wir haben hier viele Menschen aus Bulgarien und Rumänien.“ So spreche er regelmäßig Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, dass sie achtlos weggeworfenen Müll doch bitte wieder aufsammeln und volle Müllbeutel in Abfalltonnen schmeißen sollen. Diese Bitten helfen jedoch nur kurzzeitig. „Die Fluktuation in den meisten Häusern hier ist ganz enorm“, findet May und verweist auf einige vormals schöne Altbauten, deren Eigentümer sie leider immer mehr verkommen ließen.

Bußgelder lösen das Problem nicht

„Die Stadt müsste sich ganz gezielt an die Menschen hier wenden und sie wegen der Vermüllung ansprechen“, fordert May, auch mehr Streetworker könnten sicher helfen. Ausschließen, dass einigen Anwohnern allerdings egal ist, wie es in der Franz-Julius-Straße aussieht, möchten die Mays zwar nicht, sie hegen jedoch Zweifel daran, dass man das Problem allein mit Bußgeldern lösen kann. Das funktioniere schon nicht bei den vielen Falschparkern mit bulgarischen oder rumänischen Kennzeichen.

Das Ehepaar May ärgert sich über das Müllproblem vor seiner Haustür, doch wirtschaftliche Nachteile hätte es dadurch nicht, weil nur gelegentlich Laufkundschaft in die Firma komme. „Unsere Kunden haben aber Vorurteile gegen Marxloh“, betont Marlis May, und durch den Abfall in der Straße würden diese verstärkt. „Viele sind geschockt.“ Die Stadt zeigt sich zuversichtlich, dass sie die von den Mays regelmäßig angemahnte Situation in den Griff bekommt. „Wir sind sehr dankbar für solche Hinweise“, sagt ein Sprecher. „Wir werden trotz unserem jetzt schon sehr großen Einsatzes vor Ort weitere konkrete Maßnahmen umsetzen.“

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