Natur

Duisburg-Walsum: Keine Spur mehr vom Heiligen Ibis

Lesedauer: 2 Minuten
Der Heilige Ibis wurde Mitte Mai erstmals Im Naturschutzgebiet Rheinaue Walsum in Duisburg-Walsum gesichtet. Normalerweise lebt er in Afrika. Nun ist er offenbar weitergezogen.

Der Heilige Ibis wurde Mitte Mai erstmals Im Naturschutzgebiet Rheinaue Walsum in Duisburg-Walsum gesichtet. Normalerweise lebt er in Afrika. Nun ist er offenbar weitergezogen.

Foto: Stadt Duisburg

Duisburg-Walsum.  Erst tauchte der Vogel aus dem südlichen Afrika in Duisburg-Walsum auf - nun ist er wieder weg. Bleiben darf er in freier Wildbahn ohnehin nicht.

In der Rheinaue Walsum hat man ihn Mitte Mai entdeckt: einen Heiligen Ibis. Ein weit gereister Gast. Die Vogelart, mit den Störchen und Reihern verwandt, stammt aus dem südlichen Afrika. Sie zählt zu den „invasiven“ Arten, also solchen, die sich aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in andere Areale hinein ausbreiten - und dort letztlich die einheimische Artenvielfalt bedrohen.

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Ende Mai wurde daher beschlossen, das eine Exemplar des Heiligen Ibis in der Rheinaue einzufangen. Um den Vogel möglichst schonend in die Hände zu bekommen, übernahm ein Experte diese Aufgabe, berichtet die Stadt.

Der Duisburger Zoo bemühte sich um eine geeignete Unterkunft

Dazu sollte der Vogel durch Futter an einen bestimmten Platz gewöhnt werden, wo eine Fanganlage installiert wurde. Dafür stellte der Duisburger Zoo der Unteren Naturschutzbehörde täglich rund drei Kilogramm Fisch bereit. Der Zoo bemühte sich auch darum, den Heiligen Ibis in eine geeignete und nach EU-Vorschriften genehmigte Haltung (also einen Vogelpark) abzugeben, sofern er gefangen würde.

Ranger konnten den Vogel seither nicht mehr sichten

Aber es kam anders. Tatsächlich sei der Heilige Ibis offenbar weitergezogen, denn weder die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde noch die Ranger des RVR Ruhr-Grün konnten den Vogel seitdem sichten, meldet die Verwaltung nun. Auch die an der Futterstelle aufgestellten automatischen Kameras haben ihn nicht mehr erfasst.

Die Stadt stellt dennoch schon mal klar: Wegen der Gefährdung anderer Arten durch den Heiligen Ibis muss eine Ansiedelung dieses Vogels verhindert werden, denn das hätte (wie vergleichsweise bei den ebenfalls invasiven Arten Nilgans oder Waschbär) nachteilige Folgen für die einheimische Tierwelt. Zudem verpflichte das Bundesnaturschutzgesetz die zuständige Naturschutzbehörde zum Handeln.

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