Stadterneuerung

Duisburg-Laar wird in den nächsten Jahren gefördert

Laar am Rhein: Hinterm Deich lässt sich gut wohnen.

Laar am Rhein: Hinterm Deich lässt sich gut wohnen.

Foto: WAZFotoPool

Laar.   3,1 Millionen Euro sollen von Land, Bund und Stadt in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen, um Laar attraktiver zu machen. Die Bürgervereinigung Laar beteiligt sich an der Ideenentwicklung für die Ortsteilsum- und -neugestaltung.

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Laar am Rhein ist lebenswert – unter diesem Leitbild steht das Stadterneuerungsprogramm, das schon bald startet. 3,1 Millionen Euro werden von Land, Bund und Stadt in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen, die Bezirksregierung in Düsseldorf hat den Förderantrag der Stadt Duisburg bereits genehmigt – wir berichteten.

Die vor 140 Jahren gegründete Bürgervereinigung Laar beteiligt sich an der Ideenentwicklung für die Ortsteilsum- und -neugestaltung. Deren Vorsitzende Huberta Terlinden auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir freuen uns, dass es 2015 endlich beginnt.“ Schon viermal hat sich der Vorstand des ältesten Duisburger Bürgervereins mit den Möglichkeiten befasst, die das Projekt bietet.

Terlinden und ihre Kollegen befürworten nicht nur die Pläne der federführenden Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU), sondern bringen auch eigene Vorstellungen ein.

Schrottimmobilien verschwinden

Wichtig ist den Bürgern, dass die stark vernachlässigte, von vielen Geschäftsleerständen und sogar Schrottimmobilien gezeichnete einstige Einkaufsmeile Friedrich-Ebert-Straße endlich wieder aufgepäppelt und attraktiv gemacht wird. Mit dem Abriss der beiden Bruchbuden mit den Hausnummern 111 und 113 soll begonnen werden. Diese Häuser gammeln seit Jahren vor sich hin, locken finstere Gestalten an und sind alles andere als eine Visitenkarte des Ortsteils. Wenn die erst einmal verschwunden sind und an ihrer Stelle eine kleine Grünanlage und Verbindung zum Hinterland geschaffen ist, ist ein Schandfleck verschwunden.

Als nächstes folgt die Fassadengestaltung. „Es soll ein Anreiz geschaffen werden, dass die Eigentümer ihre Häuser verschönern“, sagt Terlinden. Auch die Wiedereröffnung der Straße in beiden Fahrtrichtungen ist Terlinden ein Anliegen. „Es ist aber noch nicht klar, ob das machbar ist“, sagt sie. Von Beeck kommend soll man künftig über einen Kreisverkehr in den Ortsteil fahren – oder drumherumgeleitet werden.

Deich barrierefrei erreichbar

Ganz wichtig ist Terlinden, dass mit dem Rhein geworben wird. So schnell wie die Laarer (und Beeckerwerther) kommen die Bürger anderer Ortsteile nicht so schnell ins Naherholungsgebiet am Fluss. Um den Deichweg bequem erreichen zu können, ist ein barrierefreier Aufgang geplant, freut sich die Vereinsvorsitzende. Und die EG DU denkt nach über einen verkehrsberuhigten Bereich am Rhein entlang.

Auch der Marktplatz soll aufgewertet werden, „zum Beispiel durch ein Café“. Und einen Spielplatz will man aufpeppen und ihn zudem für Ältere nutzbar machen, etwa durch eine Bocchia-Bahn.

Derzeit verlassen die Bürger den Ortteil eher

Die Entwicklungsgesellschaft Duisburg hat ein rund 100-seitiges „integriertes Handlungskonzept“ vorgelegt, das über die Homepage der EG DU zu bekommen ist.

Obwohl der Ortsteil am Rhein liegt und deshalb für die Bürger attraktiv sein müsste, ist er derzeit alles andere als das. Etwa die Hälfte der Ladenlokale an der Friedrich-Ebert-Straße steht z.B. leer.

Attraktiver Wohnraum geplant

282 Wohnungen waren im Untersuchungszeitraum 2010 lange ungenutzt, das entspricht acht %, in ganz Duisburg lag die Quote bei 5,3 %. Neu gebaut wurde – abgesehen vom Wohndorf – über viele Jahre kaum. Der Ausländeranteil liegt bei 42 %. In Laar leben 6077 Menschen, Tendenz abnehmend.

Durch das Stadterneuerungsprogramm soll attraktiver Wohnraum in Rheinnähe entstehen (auch für betreutes Wohnen). Die EG DU will u. a. eine „Neue Mitte“ und mehr Grün schaffen (durch Abriss von Schrottimmobilien) und die „Eingangstore“ aufpeppen.

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