Sozialer Brennpunkt

Duisburg-Laar gilt stellenweise noch als sozialer Brennpunkt

Das Bild entstand im Hochsommer 2018 in Duisburg-Laar. Es zeigt den heruntergekommenen Bereich der Friedrich-Ebert-Straße.

Das Bild entstand im Hochsommer 2018 in Duisburg-Laar. Es zeigt den heruntergekommenen Bereich der Friedrich-Ebert-Straße.

Foto: Gregor Herberhold

Duisburg-Laar.   Die Stadt Duisburg will dafür sorgen, dass Laar lebenswerter wird. Und, dass der soziale Brennpunkt Friedrich-Ebert-Straße rasch verschwindet.

Leerstand und Verfall prägen das Bild auf der Friedrich-Ebert-Straße in Laar. Die einst florierende Einkaufsstraße des schnuckeligen Ortes in Rheinnähe ist in den vergangenen Jahren immer weiter verkommen. Dem will die Politik entgegenwirken.

Die Bezirksvertretung hat einstimmig die Installation einer Grünfläche im Bereich zwischen Thomasstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Franklinstraße beschlossen. Dass zwei Gebäude in diesem Bereich nicht der Stadt gehören und sie so nicht abgerissen werden können, soll bei den Plänen, nach Aussage der Stadt, nicht stören.

Es bestehen immer noch erhebliche Funktionsdefizite

Obwohl in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen wurden, den direkt am Ostufer des Rheins gelegenen Ortsteil Laar aufzuwerten, bestehen immer noch erhebliche Funktionsdefizite, die vor allem die Einzelhandelsstruktur betreffen. Die Politik bezeichnet Laar – speziell an der Friedrich-Ebert-Straße – darüber hinaus als sozialen Brennpunkt.

Durch die Planung soll die Straße und somit der Stadtteil deutlich aufgewertet werden. Die stark sanierungsbedürftigen und größtenteils leerstehenden Gebäude sollen abgerissen werden und einer öffentlichen Grünfläche an der Friedrich-Ebert-Straße Platz machen.

Die Situation ist verzwickter als sie sich zunächst anhört

Jedoch ist die Situation verzwickter als sie sich zunächst anhört: Zwar stehen einige Häuser komplett leer und andere sind als nur noch als Bauruinen zu bezeichnen. Ein Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße (Hausnummer 107) wird allerdings noch vom Eigentümer genutzt – ein Ladenlokal im Erdgeschoss und eine Wohnung in der ersten Etage. Der Eigentümer weigert sich, sein Haus zu verkaufen – wir berichteten. Die direkten Nachbargebäude können allerdings nicht ohne weiteres abgerissen werden, da sie mit dem Haus so verbaut sind, dass sie dieses stützen.

„Die Pläne sind gut, wir sind sehr für eine Aufwertung des Zentrums des Ortsteiles, aber zunächst müssen wir auch klären, wie man mit dem Haus, das nicht der Stadt gehört, umgegangen werden kann“, sagt Christof Eickhoff, Fraktionsvorsitzender der Meidericher CDU. Zunächst müsse man klären, in wie weit es Sinn macht, sich dem Eigentümer noch einmal zu nähern und mit ihm ein weiteres Gespräch zu führen. Auch andere Teilnehmer der Bezirksvertretung sahen das so und stimmten schließlich dem Beschluss zu.

Notfalls wird der Park rund ums Haus angelegt

In der Tat ist es so, dass die Pläne auch dann umgesetzt werden sollen, wenn die Stadt das Haus, in dem derzeit ein Schlüsseldienst angesiedelt ist, nicht kaufen kann, wie die Redaktion auf Nachfrage erfahren hat. Gleiches gilt für die Problematik mit einem Gebäude an der Thomasstraße.

Der geplante Bereich soll in jedem Fall in eine Grünfläche verwandelt werden. Sollte man die Häuser erwerben können, würden sie abgerissen. Anderenfalls würden die Häuser stehen bleiben und die Grünfläche darum herum installiert werden.

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