Plakatmaler

Der Walsumer Rudi Baumann malte jahrzehntelang Werbeplakate

Rudi Baumann (links) und Helmut Schorsch (Heimatverein Walsum) vor Kellermalereien des einstigen Plakatmalers Rudi Baumann.

Rudi Baumann (links) und Helmut Schorsch (Heimatverein Walsum) vor Kellermalereien des einstigen Plakatmalers Rudi Baumann.

Foto: Gregor Herberhold

Duisburg-Aldenrade.   Der heute 88-jährige Rudi Baumann hat für große Firmen in Duisburg gemalt. Unter anderem war er für die König-Brauerei tätig.

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Rudi Baumann ist einer der letzten seiner Zunft: Als Werbegrafiker hat er sein Leben lang seine Brötchen verdient. Den meisten älteren Duisburgern dürften seine Werke bekannt sein, wenngleich wohl kaum einer weiß, dass der heute 88-jährige Aldenrader sie angefertigt hatte.

Jedes Plakat, jede Werbetafel, ja sogar die Preisschilder trugen seine Handschrift

Rudi Baumann arbeitete zunächst beim Kaufhof, wechselte dann zum Textil-Kaufhaus Potthoff & Scholl und später zu Kübel Haustechnik und zum Schluss zu einer Malerfirma nach Ruhrort. In deren Auftrag war er so manches Mal in der Königbrauerei eingesetzt, um dort Werbung zu malen. Jedes Plakat, jede Werbetafel, ja sogar die Preisschilder trugen – buchstäblich – seine Handschrift. Hinzu kam Kinowerbung.

Dem Aldenrader ging das Malen flott von der Hand. Für die Außenwerbung bei Potthoff & Scholl musste er alle paar Monate neue Riesenschilder malen, die die Fassade zierten und Kunden anlockten. In der Regel waren sie drei Mal acht Meter groß. Kein Problem für den Künstler. „In der Regel habe ich die in zwei Tagen fertig gehabt“, erinnert sich Rudi Baumann. „Wenn’s sein musste, auch schneller.“ Sein Chef war des Lobes voll. Zu Rudis Frau Erika, die ebenfalls in dem Textil-Kaufhaus arbeitete, sagte er einmal über Rudis Arbeitstempo: „Heute gesacht, gestern schon gemacht.“

Die Vereinsleute kannten sein Talent und baten immer wieder um Hilfe

In dem Textil-Unternehmen hatten sich die beiden 1950 kennengelernt. 1956 läuteten die Hochzeitsglocken. „Wir sind seitdem immer zusammen gewesen“, sagt Erika (87) und schaut Rudi an – so verliebt wie am ersten Tag.

Da Rudi Baumann mit Herz und Seele Walsumer ist, trat er in drei Vereine ein: Den MGV Aldenrade, den Heimatverein und den Schützenverein Aldenrade-Fahrn. Die Vereinsleute kannten sein Talent und baten immer wieder um Hilfe. So entstanden diverse großformatige Werbeschilder, etwa für Konzerte, den beliebten Walsumer Abend, aber auch riesige Bühnenbilder und Wandmalereien – letztere etwa im Eingangsbereich des Schützenhauses an der Kurfürstenstraße.

Seine Meisterwerke aus Rentnertagen sind die großformatigen Blumenmotive im Keller

Als er in seine neue Vivawest-Wohnung einzog, stellte er fest, dass die Flurwände doch sehr steril wirkten. Also schnappte er sich wieder seine Pinsel, Leinwände und Acrylfarbe – und malte los. Landschaften wie die Rheinaue und bekannte Gebäude im Ortsteil – etwa die Evangelische Kirche. Diese Arbeiten zieren nun die Flure. Seine Meisterwerke aus Rentnertagen sind aber die großformatigen Blumenmotive im Keller. Kaum betritt man den langen Flur, sieht man sie. Mit Sprüchen wie „Frohes Schaffen im Wasch-Salon“ sorgt er für Heiterkeit und Leichtigkeit. Und die Wohngemeinschaft ist begeistert, dass Rudi die kahlen Wände verziert hat.

Für den Plakatmaler war die Arbeit das Hobby

Rudi Baumann hat 1944 seine Lehre als „Gebrauchswerbegrafiker“ begonnen. Das war der Job, der ihm von der Berufsberatung empfohlen worden war. Was er nicht ahnte: Wie sehr ihm diese Arbeit lag und wie viel Freude sie ihm machte.

So sagt er heute noch: „Mein Beruf hat immer Spaß gemacht. Die Arbeit war mein Hobby.“

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