Helios-Klinik

Der neue Krankenhaustrakt in Hamborn steht im Wasser

Die Großbaustelle am St.-Johannes-Hospital in Alt-Hamborn.

Foto: Hans Blossey

Die Großbaustelle am St.-Johannes-Hospital in Alt-Hamborn. Foto: Hans Blossey

Duisburg-Alt-Hamborn.   Derzeit wird das Baugelände für den neuen Krankenhaustrakt vorbereitet. Das Grundwasser steht so hoch, dass spezielle Baumethoden nötig sind.

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Die schlechte Nachricht: Weil die ganze Entwässerung des Helios-Krankenhausgeländes in Alt-Hamborn geändert werden musste, sind die Bauarbeiten auf der Großbaustelle etwa sechs Monate in Verzug. Die gute Nachricht: Die Eröffnung des neuen Traktes wird aus jetziger Sicht trotzdem Ende 2019 klappen. Also genau nach Plan. Der Grund, wieso sich die Eröffnung nicht verschiebt: Die Baufirma setzt mehr Leute ein, holt die Verzögerung dadurch wieder rein.

Zwölf Meter lange Gründungspfeiler sind nötig

Die Umplanung wurde nötig, weil der Kanalanschluss nicht so gebaut werden konnte, wie ursprünglich abgesprochen. Helios wird das Schmutzwasser direkt ins Kanalnetz einleiten und Regenwasser im Falle von Starkregen zunächst in riesigen, unterirdischen Betonbecken zwischenlagern, damit die Abflussrohre nicht überlastet werden.

Die Behälter fassen 1000 Kubikmeter. Jegliches Abwasser muss vom Krankenhausgelände zur Dieselstraße hochgepumpt werden. Dort liegt der öffentliche Kanal der Wirtschaftsbetriebe Duisburg.

Betonstelzen stehen fest auf der Lintforter Schicht

Nicht ganz einfach ist es, das Fundament zu legen. Die Arbeiten haben begonnen, sind aber aufwendig. Denn: Das Gelände liegt so tief, dass es reicht, einen Spaten in den Boden zu stechen, um aufs Grundwasser zu stoßen. Der Bereich, der nicht unterkellert wird (zum Parkhaus hin gelegen) wird auf Betonstelzen stehen. Sie reichen bis in eine Tiefe von zwölf Metern – erst dort befindet sich eine tragfähige Bodenschicht, die so genannte Lintforter Schicht.

Der übrige, wesentlich größere Teil des Gebäudes mit rund 5800 Quadratmetern Grundfläche wird unterkellert sein. Um ausschachten zu können, werden derzeit rundum wasserdichte Wände in den Boden gesetzt. Erst wenn sie stehen, kann mit dem Abtransport des Bodenmaterials begonnen werden. Das soll in etwa zwei bis drei Wochen der Fall sein. Anschließend kann der Keller gebaut werden. Allerdings auch nicht im herkömmlichen Verfahren. Denn: Alles muss absolut wasserdicht sein, da die gesamte Bodenwanne künftig tatsächlich im Grundwasser stehen wird. Während der Bauphase muss das in die Grube einsickernde Wasser ständig abgesaugt werden. Der Auftrieb der Wanne wird so groß sein, dass das Abpumpen erst enden kann, wenn mindestens zwei Stockwerke stehen. Sprich: das Gewicht des Gebäudes groß genug ist, um Auftrieb auszuschließen.

Stets nach Blindgängern Ausschau halten

Während der Arbeiten im Boden muss permanent nach Bombenblindgängern Ausschau gehalten werden. Schließlich liegt das Hospital nicht weit von der Industrie entfernt, die Hauptziel der Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg war. Aber: „Bislang haben wir keine Funde gemacht“, sagt Bau- und Projektleiter Stefan Bauer.

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