Matena-Tunnel

Der denkmalgeschützte Matena-Tunnel wird komplett verfüllt

Der Matena-Tunnel in Bruckhausen an der Matenastraße war früher oft Filmkulisse. Demnächst wird er verfüllt.

Der Matena-Tunnel in Bruckhausen an der Matenastraße war früher oft Filmkulisse. Demnächst wird er verfüllt.

Foto: Udo Milbret

Duisburg-Bruckhausen.  Vor gut 100 Jahren ging er in Betrieb – der Matena-Tunnel. Er verband Bruckhausen und das einstige Fischerdorf Alsum. Jetzt ist er baufällig.

Die Verfüllung des Matena-Tunnels wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Arbeiten im denkmalgeschützten Bauwerk sollen nach Auskunft von Thyssen-Krupp im zweiten Kalenderquartal starten. Zuvor muss noch der Rat der Stadt Duisburg grünes Licht geben – das soll am 13. März geschehen. Die Bezirksvertretungen Hamborn und Meiderich haben jüngst bereits dafür gestimmt.

2013 wurde der Tunnel für den Verkehr geschlossen. Er diente mehrfach als Filmkulisse, unter anderem für Schimanski-Tatorte. Aber auch Hobby- und Profifotografen liebten ihn wegen seiner ungewöhnlichen Architektur und der düsteren Atmosphäre.

Der Beton bröckelt, Fliesen fallen runter

Geschlossen wurde er wegen des schlechten, baulichen Zustandes: Der Beton bröckelte, Fliesen fielen von den Wänden. Und für den Durchgangsverkehr wurde er längst nicht mehr benötigt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Tunnel gebaut worden. Somit war eine direkte Verbindung zwischen den beiden zu Thyssen gehörenden Werksgrundstücken geschaffen.

Bis dahin musste immer die öffentliche Straße gequert werden, die Bruckhausen mit dem einstigen Fischerdorf Alsum verbunden hatte und auch per Straßenbahn befahren wurde. „Der motorisierte Individualverkehr kann dieMatenastraßeüber die Alsumer Straße und die Hoffsche Straße, beziehungsweise über die Alsumer Straße und den Willy-Brandt-Ring umfahren“, lautet eine der Begründungen der Stadt, warum man auf die Matenastraße heutzutage verzichten kann.

Keine Bedenken geäußert

Die Bürger sind bereits im vergangenen Jahr über die Verfüllungspläne informiert worden – es gab laut Protokoll der Stadt Duisburg keinen einzigen Einwand. Auch Versorger wie Stadtwerke, Telekom etc. haben keine Bedenken.

Am Denkmalschutz wird dennoch festgehalten. Der Tunnel habe „ortsgeschichtliche Bedeutung“. „Der Tunnel wird durch die Verfüllung nicht beschädigt, sondern bleibt als Ganzes erhalten“, heißt es von Thyssen-Seite. Somit werde „den Anforderungen des Denkmalschutzes Rechnung getragen“. Damit die Öffentlichkeit zumindest ansatzweise noch erfährt, wie der Tunnel einmal aussah, soll der Tunnelmund an der Kaiser-Wilhelm-Straße erhalten werden. Darüber hinaus werde es eine Infotafel geben, die die Historie des Tunnels erläutert.

Weitere Bericht zum Matena-Tunnel finden Sie hier:

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