Kirchenkonzert

Chöre führten eine Bibelgeschichte in Meidericher Kirche auf

Das von drei Chören vorgetragene Oratorium „Jesaja – Der lange Weg in die Freiheit“ basiert auf dem originalen Bibeltext aus dem Alten Testament.

Das von drei Chören vorgetragene Oratorium „Jesaja – Der lange Weg in die Freiheit“ basiert auf dem originalen Bibeltext aus dem Alten Testament.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Mittelmeiderich.  Drei Chöre erzählten eine über 2600 Jahre alte Bibelgeschichte neu. Die Aussage des Stückes bezog sich auch auf aktuelle Themen.

In der evangelischen Kirche Auf dem Damm herrscht beste Stimmung. Der letzte Ton ist kaum verklungen, da erhebt sich das Publikum von den Sitzen und fordert lautstark eine Zugabe. Der Chor und die Band lassen sich nicht lange bitten – sie werden diesen Abend für sich als vollen Erfolg verbuchen können.

Zu dieser Einschätzung kommt nach Ende der Aufführung auch Hartmut Naumann. Er ist Professor an der evangelischen Pop-Akademie in Witten und hat das Oratorium „Jesaja – Der lange Weg in die Freiheit“ komponiert. „Die Geschichte spielt vor rund 2600 Jahren in Babylon“, erzählt er. „Das israelische Volk wurde dort lange Zeit gefangen gehalten, bis es eines Tages durch den Propheten Jesaja erlöst wurde.“

„Die Hoffnung auf Freiheit ist niemals aussichtslos“

Diese Geschichte fand Naumann so faszinierend, dass er sie noch einmal neu erzählen wollte. Sein Oratorium basiert auf dem originalen Bibeltext aus dem Alten Testament. „Ich habe mich bemüht, möglichst viele Originalzitate zu verwenden“, berichtet Naumann. Einige Teile des Textes hat er allerdings leicht abgeändert oder ganz neu verfasst.

Herausgekommen ist ein Oratorium, das eine klare Botschaft übermittelt: „Die Hoffnung auf Freiheit ist niemals aussichtslos“, fasst Naumann die Aussage des Stückes zusammen. Das müsse man sich auch in der heutigen Welt immer wieder klarmachen. „Man denke nur an 30 Jahre Mauerfall, die wir in diesem Jahr gefeiert haben. Das hätten damals wohl die wenigsten Leute für möglich gehalten“, so Naumann. „Unser Stück soll eine Botschaft der Hoffnung und der Toleranz überbringen.“

Seit der Uraufführung im Jahr 2014 war Naumann mit seinem Oratorium in ganz Deutschland auf Tour. Ein Auftritt ist ihm dabei ganz besonders im Gedächtnis geblieben: „Die Aufführung auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund war für uns ein Höhepunkt“, erinnert er sich. Doch auch alle weiteren Auftritte haben ihm und seinem Chor viel Freude bereitet. Die Aufführung in Meiderich war jedoch die vorerst letzte Darbietung des Stücks.

Konzerterlöse für den Erhalt der Kirche Auf dem Damm

Für die Zukunft plant Naumann aber bereits ein neues Oratorium. „Das ist derzeit allerdings noch sehr vage“, erzählt er. Seinem Konzept, eine Bibelgeschichte mit Pop- und Gospelmusik zu untermalen, möchte er aber auf jeden Fall treu bleiben. „Vielleicht traue ich mich dann auch mal ans Neue Testament ran“, meint er lachend. „Auf jeden Fall wäre es schön, auch das neue Stück wieder hier in Meiderich aufzuführen.“

Darüber würde sich wohl auch Uta Rogalla freuen. Sie ist Vorstandsmitglied beim Förderverein Pro Dommo, der sich für den Erhalt der Evangelischen Kirche Auf dem Damm einsetzt. „Wir veranstalten jedes Jahr drei bis fünf Konzerte, deren Erlöse für die Instandhaltung der Kirche genutzt werden“, berichtet Rogalla.

In den letzten Jahren konnten so schon einige Projekte umgesetzt werden. „Unter anderem haben wir mit dem Geld unsere Kirchenfenster erneuern lassen“, erzählt Rogalla. Mit den Einnahmen aus zukünftigen Konzerten soll die Sanierung der Kirche Schritt für Schritt fortgesetzt werden.

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