Religion

Blick auf 100 Jahre Konfirmation

In der Kreuzeskirche in Marxloh findet am Samstag die Ausstellungseröffnung „Erinnerungsstücke an die Konfirmation in der Lutherkirche und der Kreuzeskirche“ statt.

Foto: Jörg Schimmel

In der Kreuzeskirche in Marxloh findet am Samstag die Ausstellungseröffnung „Erinnerungsstücke an die Konfirmation in der Lutherkirche und der Kreuzeskirche“ statt. Foto: Jörg Schimmel

Marxloh.   In Kreuzeskirche und Lutherkirche sind Erinnerungsstücke ausgestellt, die Ansichten auf der sich verändernden Konfirmation ermöglichen.

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Schon viele bekannte Gesichter hat Elisabeth Herbst auf den ausgestellten Konfirmationsbildern in der Marxloher Kreuzeskirche entdeckt. Nur ihr eigenes noch nicht.

„Die große Gemeinde war ja in Bezirke aufgeteilt und viele meiner Freundinnen kamen aus dem dritten Bezirk, aber ich war aus dem vierten Bezirk“, weiß sie. Sie war Konfirmationsjahrgang 1941, da gab es noch schwarze Kleider zu kaufen.

Erinnerungen an dfas Kriegsende

Sie erinnert sich, dass das gegen Kriegsende zur Konfirmation ihrer jüngeren Schwester immer schwieriger wurde. „Einmal habe ich mir sogar eine Bluse aus einer uralten Gardine zusammengestichelt“, erzählt die älteste anwesende Zeitzeugin schmunzelnd.

Nach dem Sonntagsgottesdienst und der Eröffnung der Ausstellung mit Erinnerungsstücken aus über 100 Jahren Konfirmation in der Kreuzeskirche und der Lutherkirche stöbern alle Besucher in alten Konfi-Urkunden, Gesangbüchern die stolz in Taschentüchern mit Filethäkelkante getragen wurden und natürlich in Bildern.

Geschichtswerkstatt hat Material zusammengetragen

„Zusammengetragen hat das Material unsere Geschichtswerkstatt“, sagt Pfarrer Hans Peter Lauer, „ wir digitalisieren die Bilder auch, so wächst das Archiv.“ Die Ausstellung wird bis in den September zum Tag des offenen Denkmals hängen bleiben und es sind auch noch ein paar Plätzchen an den Stellwänden frei, für die Fotos, die sich bis dahin noch anfinden werden.

„Luther meinte ja, die Taufe sei genug, aber andere Reformatoren wie Martin Bucer hielten die Konfirmation als Bekräftigung der Taufe und Ersatz für die katholische Firmung an der Schwelle des Erwachsenseins für nötig“, erzählt Lauer den Gemeindemitgliedern.

Von denen erinnern sich noch etliche an Zeiten, als dem schönen Familienfest eine sehr unangenehm strenge Prüfung der in zwei Jahren Unterricht erlernten Glaubensinhalte voraus ging. „Ich hatte ein Mädchen in der Gruppe, die nicht gut lernen konnte. Der hat der Pfarrer dann gesagt, sie soll in der Prüfung einfach „Gott“ antworten, wenn er sie was fragt, das hat dann auch gut hingehauen“, erzählt Ute Ohnesorge, Konfirmationsjahrgang 1954.

Konfirmanden füllten Treppe vor dem Kirchenportal

Früher füllten die Konfirmanden eines Bezirkes die ganze Treppe vor dem Portal des Gotteshauses, wo sich Generationen zum Fototermin aufstellten. Und alle zehn Jahre rutschten die Rocksäume ein Handbreit höher.

Aber auch heute wird die Kreuzeskirche und besonders die Lutherkirche noch voll wenn alle Konfirmanden eines Jahrgangs zusammen Konfirmation feiern.

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