Thyssenkrupp

Bezirkspolitik in Duisburg-Hamborn steht zum Stahlstandort

Ein Arbeiter entnimmt im Thyssenkrupp-Stahlwerk in Duisburg an einer Öffnung eines Hochofens eine Stahlprobe .

Ein Arbeiter entnimmt im Thyssenkrupp-Stahlwerk in Duisburg an einer Öffnung eines Hochofens eine Stahlprobe .

Foto: Fredrik von Erichsen

Duisburg-Hamborn.   Nach der geplatzten Fusion von Thyssenkrupp und Tata/Indien hat die Politik in Hamborn klargestellt: Manager sollen Arbeitsplatzabbau überdenken.

Einstimmig hat sich die Be­zirksvertretung Hamborn der Forderung der Belegschaft und des Betriebsrats von Thyssenkrupp-Steel angeschlossen und die Unternehmensleitung aufgefordert, den angekündigten Abbau von 4000 Stellen in Deutschland nach der gescheiterten Fusion mit Tata Steel noch einmal zu überdenken. Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (CDU) verlas die Resolution in der Sitzung am Donnerstag.

Politik steht zum Stahlstandort in Duisburg

„Die Mitglieder der Bezirksvertretung stehen zum Stahlstandort Duisburg“, heißt es darin. Er habe seit Jahrzehnten hier seine Wurzeln. Die Lokalpolitiker kritisieren die bevorstehende harte Sanierung. „Dieser Stellenabbau verunsichert nicht nur die Belegschaft, sondern auch weite Teile der Bevölkerung“, heißt es weiter. Viele andere Menschen wären indirekt davon betroffen.

In der Vergangenheit habe der Duisburger Norden, insbesondere Belegschaft und Betriebsrat des Unternehmens, immer wieder mit konstruktiven Vorschlägen den Abbau von Stellen begleitet. Ein erheblicher Strukturwandel sei dadurch ausgelöst worden.

Der Stahlstandort Duisburg ist wichtig als Ausbildungsort für den Duisburger Norden

Die Bezirksvertretung fordert Thyssenkrupp-Steel dazu auf, auch diesmal wieder das Gespräch mit der Belegschaft zu suchen. Sie habe dem Unternehmen schließlich in guten wie in schlechten Zeiten die Treue gehalten.

„Der Stahlstandort Duisburg ist zudem enorm wichtig als Ausbildungsort für den Duisburger Norden“, geben die Bezirksvertreter zu bedenken. Nur dank der Anstrengungen des Stahlriesen hätten junge Menschen in der Region eine berufliche Zukunft in den verschiedensten Berufszweigen. Die Manager hätten dafür auch weiterhin eine Verantwortung.

Deshalb stehe die Bezirksvertretung an der Seite der Beschäftigten, wenn es gilt, den Stahlstandort Duisburg in seiner Größe und Bedeutung zu erhalten.

Stellungnahme der Linken in Duisburg

Eine Stellungnahme zum Thema haben auch die Linke in Duisburg abgegeben: „Stahl ist ein Werkstoff, der auch in Zukunft gebraucht wird. Mit der angekündigten CO2-neutralen Produktion ist die Produktion in Duisburg auch zukunftsfähig: ökonomisch und ökologisch“, so Lukas Hirtz, Linken-Sprecher.

„Mit der Fusion wären der Abbau von Stellen und vor allem der Arbeitnehmerrechte verbunden gewesen. Gut, dass die vom Tisch ist. Jetzt sollte die Chance genutzt werden, um die Stahlproduktion nachhaltig zu gestalten“, ergänzt Nese Kartal von den Linken Duisburg.

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