Kommentar

Bäume sind Balsam für die Seele - Ein Kommentar

Gregor Herberhold

Gregor Herberhold

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  In Duisburg sind Bäume ein Dauerstreitthema. Dabei haben beide Seiten gute Argumente. Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Gregor Herberhold.

Wenn’s um Bäume geht, dann ist eine emotionsfreie Diskussion derzeit kaum möglich. Die Positionen der Duisburger sind zu weit auseinander.


Wer riesige Bäume vor der Haustür hat, deren Wurzeln Kanalrohre knacken und Gehwege aus den Angeln heben, deren Blätter Dachrinnen verstopfen und deren Samen Heuschnupfen auslösen – der stellt einen Fällantrag. Völlig inakzeptabel finden das die Naturfreunde. Sie sehen Idylle pur, wenn sie alte Bäume erblicken, etwa vor schnuckeligen Bergmannshäusern.


Dabei steht außer Frage, dass Bäume wichtig für uns alle sind. Bäume vermitteln ein gutes Gefühl, sie sind Balsam für die Seele. Sie spenden Schatten, verhindern das extreme Aufheizen der Stadt im Sommer. Sie sind das Zuhause vieler Vögel, Insekten und Eichhörnchen. Und sorgen für bessere Luft.


Aber: Müssen es dann Straßenbäume mit mächtigen Kronen sein? Riesen, die buchstäblich aus Altersschwäche zusammenbrechen? Oder wäre es nicht sinnvoller, die Bestände nach und nach auszutauschen, mit Bäumen, die das Stadtklima und den Klimawandel besser vertragen, die nicht in den Himmel wachsen, aber trotzdem Wohlfühl-Atmosphäre schaffen?


Die Stadt Duisburg erarbeitet derzeit ein Alleenkonzept. Das soll – wenn es denn den Segen der Bezirksregierung Düsseldorf bekommt – als Leitlinie gelten, wie künftig geschützte Baumbestände erneuert werden dürfen. Das wird dann sicherlich auch als Richtschnur für sonstige Bäume gelten.


Grundsätzlich herrscht Einigkeit: Ohne Bäume in der Stadt geht es nicht. Denn: Niemand möchte in einer Steinwüste leben. Aber: Es müssen die Interessen aller gewahrt werden. Ein Spagat, der nicht immer leicht fällt.

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